Der kommende Messi?

29 11 2011

Zu folgender erfreulicheren Sache: Eine besondere Ehre wurde Takefusa Kubo zu Teil, welcher mit seinen jungen zehn Jahren in die Talentschmiede des internationalen Vorzeigeclubs FC Barcelona, der La Masia, aufgenommen wurde. Besonders auch deswegen, weil die Tradition der Fußballerschule vorsieht, Kinder unter 13 Jahren nicht aufzunehmen. Die hoch angesehene Jugend-Akademie hat unter anderem Stars wie Xavi, Iniesta und Lionel Messi hervorgebracht und gilt als Wegbereiter einer schillernden Karriere. Hoffen wir, dass Kubo sich gut entwickelt, dass er von Verletzungen verschont bleibt und dass er es schafft, trotz seines Talents bodenständig zu bleiben.

Von seinem Talent überzeugen können Sie sich hier!

Bilder des kleinen japanischen Talents finden Sie hier! Viel Spaß

 





Erneute Erdbeben um die Region Fukushima

29 11 2011

Zum wiederholten Male wurde die Region um Fukushima vor vier Tagen von mehreren Beben heimgesucht. Die Erschütterungen, die sich am frühen Abend ereignet hatten, erreichten eine Stärke von 6,1. Über die Schäden kann auch nach mehreren Tagen noch keine Auskunft gegeben werden. Zu hoffen ist, dass weder das AKW bei Fukushima Schäden erlitt, noch dass Menschen verletzt oder gar getötet wurden. Weitere Informationen zu dem Unglück finden Sie unter folgendem Link:

http://www.focus.de/panorama/vermischtes/japan-zwei-erdbeben-erschuettern-norden-des-landes_aid_687545.html





Trauriges Jubiläum

12 09 2011

Kaum vorstellbar, dass bereits ein halbes Jahr vergangen ist seit der Katastrophe von Fukushima. An Tausende von Menschen, die durch die Naturkatastrophe ums Leben kamen, wurde heute, nebenbei das 10-jährige „Jubiläum“ des Attentats von New York 2001, in ganz Japan gedacht. Die Aufräumarbeiten befinden sind bislang kaum fortgeschritten und es ist schwierig, eine Prognose darüber zu fällen, wann ein „normales“ Leben in der Region wieder möglich sein wird. Hoffen wir alle, dass eine solche grausame Katastophe nie wieder vorkommt und die Menschen, allen voran die regierenden Politiker, die Kraft und den Mut aufbringen können, sich für die richtige Art von Energiegewinnung zu entscheiden und aus vergangenen Fehlern zu lernen!

Näheres zu den Zuständen in Fukushima heute finden Sie hier:

http://www.rp-online.de/panorama/ausland/beben_in_japan/Die-Trauer-ist-allgegenwaertig_aid_1022331.html

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/09/11/International/Katastrophe-in-Japan/20-000-Opfer-Japan-gedenkt-Opfer-der-Tsunamikatastrophe

http://www.fr-online.de/panorama/veteranen-fuer-fukushima/-/1472782/10827362/-/





Absolute Frechheit

11 09 2011

Anders kann man wohl die Tatsache nicht formulieren, dass der amtierende Wirtschaftsminister Japans, Yoshio Hachiro, nach seinem Besuch in Fukuschima Scherze macht und insgesamt nichts besseres zu tun hat, als sich über die dortige Krisenregion lustig zu machen. Das Ganze mit dem Hintergrund, auf die Missstände aufmerksam zu machen. Ein Witz. Wenigstens trifft ihn eine massive Welle der Kritik, welche ihn zwingt, sein Amt niederzulegen, das er – nebenbei gesagt – ganze acht Tage lang inne haben durfte.

Ich muss gestehen, dass ich nicht sonderlich über seine bisherigen Verdienste für Japan Bescheid weiß und nehme mir hier wohl ein Recht heraus, das mir nicht zusteht, nämlich vorschnell über Hachiro zu urteilen, doch irgendwo müssen einem die Grenzen gesetzt sein! Wer einem Land, das so sehr gebeutelt ist, mit so wenig Respekt in einem solch hohen Amt entgegenbringt, der hat es nicht verdient, Wirtschaftsminister zu sein, trotz aller Kompetenzen, die er aufzuweisen hat.

Näheres finden Sie hier: http://www.focus.de/politik/ausland/japan-minister-scherzt-ueber-fukushima-und-tritt-zurueck_aid_663963.html





Negative Nachrichten setzen sich fort…

6 09 2011

Am gestrigen Tage hat ein Taifun den Westen Japans um die Stadt Nara heimgesucht. Trotz der Tatsache, dass die japanische Bevölkerung jedes Jahr mit den heftigen Winden zu kämpfen hat und sich entsprechend darauf einstellen kann, fanden über 30 Menschen den Tod.  Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Taifun „Talas“ als der Stärkste seiner Art in den letzten sieben Jahren gilt. Über 50 Menschen werden derweil noch vermisst, viele sind von der Außenwelt abgeschnitten. Das Ausmaß der Naturkatastrophe ist noch nicht abzusehen. Der unter dem Text zu findende Link verdeutlicht die Wucht des Taifuns, der viele Häuser und Straßen mit sich riss.

Derweil wurde vergangene Woche der neue Ministerpräsident, Yoshihiko Noda, in sein Amt eingeführt. Es bleibt zu hoffen, dass er mit den Strapazen der letzten Zeit zurecht kommt und seiner Bevölkerung neuen Mut gibt. Das von vielen Naturkatastrophen heimgesuchte Land braucht dringend eine starke Führung, will es sich speziell wirtschaftlich noch einmal erholen.

Hier ein kurzes Video über die Verwüstung des gestrigen Tsunamis:

http://www.bild.de/news/ausland/japan/dutzende-tote-und-vermisste-19767124.bild.html





Quo vadis, Japan?

30 08 2011

Viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Eintrag. Zeit, in der viele Ereignisse ihren Lauf genommen haben. Prägende Ereignisse in meinem und in eurem Leben. Wir haben alle den 11. März 2011 vor Augen, den Tag, an dem in Japan die Erde so stark bebte, dass Tsunamis riesige Städte und Menschenmassen in sich verschlangen, als handle es sich um einfachstes Spielzeug. Doch dem nicht genug, kam es schließlich zu einer wochenlangen Angst um eine weltweite, nie dagewesene Atomkatastrophe, deren Auswirkungen bis heute, einem halben Jahr später, nicht zu ersehen scheinen. Deutsche und englischsprachige Presse lieferten sich einen Wettkampf um die schnellste und aktuellste Berichterstattung, die in Richtung einer großen Panikverbreitung führte, während die japanische Presse viele Details im Dunkeln ließ, um eben jene Panik im eigenen Lande zu vermeiden. Die ohnehin kleine Gemeinde an Ausländern in Japan schien innerhalb kürzester Zeit zu fliehen, um Hauptsache raus aus dem Katastrophengebiet zu kommen. Eine weltweite Welle des Mitgefühls und der Bereitschaft, helfen zu wollen, machte sich breit. Plattformen wie Facebook und Twitter wurden dazu genutzt, Hilferufe zu entsenden und –organisationen auf die Beine zu stellen. Die ihres Zeichens stolzen Japaner dagegen verzichteten anfangs auf Mithilfe von außen, im Glauben, die Situation allein lösen zu können. Dieses auf Ausländer arrogant und hochnäsig wirkende Verhalten brachte ihnen viele Feinde ein, doch war die Situation schlichtweg zu grausam, als dass sich eine japanfeindliche Barriere hätte bilden können. Feindlich gestimmt konnte man vielmehr der Regierung und dem Unternehmen Tepco sein, welche darauf bedacht waren, eigene Fehler zu untergraben und durch falsche Aussagen Salz in die Wunden einer krieselnden Bevölkerung zu schütten, das alles andere als nötig gewesen wäre. Japan, einst Wirtschaftsmacht und Technologiewunder, auf den Spuren chinesischer Zensurpolitik. Hinzu kommt, dass man sich fragen muss, was noch alles passieren muss, bis die Idee der Kernkraft in den Mülleimern dieser Welt landet. Atommüll, schlechte Parallele…

Ein Positives hatte das Ganze scheinbar jedoch auch: Die normalerweise nicht für ihren lauten Protest bekannte japanische Gesellschaft fing tatsächlich an, sich gegen Politik und Atomenergie zu wehren und auf die Straße zu gehen. Jeder, der diese Gesellschaft kennt oder sich je mit ihr befasst hat, weiß, dass es unmöglich scheint, dass sich zur gleichen Zeit mehrere Japaner zu ein und demselben Thema kritisch äußern und das Ganze nicht beim Essen mit Freunden in den eigenen vier Wänden, sondern in der medienträchtigen Öffentlichkeit. Japanologen müssen die Köpfe gerunzelt und sich gefragt haben, ob sie nicht etwas Falsches an den Universitäten gelernt haben. Ganz neue Seiten wurden sichtbar an den Japanern. Ungewohnte, nie gekannte Seiten. Dass diese Entwicklung in einer anderen Art auch in Deutschland zu bemerken war, spiegelte die plötzliche Euphorie und Sympathie der Menschen gegenüber den Grünen wieder. Zynisch ist anzumerken, dass eine Atomkatastrophe zu diesem Zeitpunkt nicht vorteilhafter hätte sein können für das 1990 gegründete Bündnis.  Umso erschreckender die Politikverdrossenheit der deutschen Gesellschaft – speziell jüngere Klientel – die sich durch solch Ereignisse blenden ließen. Damit meine ich nicht, dass man den Grünen kritisch gegenüberstehen sollte, sondern dass man sich von vornherein darüber klar sein sollte, welche Art von politischen Präferenzen man hegt, um sich nicht plötzlich einer aufkommenden Bewegung anzuschließen, deren Ursprung eine Katastrophe auf der anderen Seite der Welt darstellt. Nun ja, dass nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Politik selbst naiv und opportunistisch ist, war ja schon vorher klar. Dass jedoch plötzlich CDU, SPD, FDP und die Linke allesamt Umweltpolitik als Wahlkampfmittel sehen, spricht Bände. An dieser Stelle schäme ich mich zu sehr über erwähnte Parteien, dass ich dies nicht weiter ausformulieren möchte.

Japan, da sind sich die Experten einig, befindet sich entgegen populärer Beispiele wie China, Indien, Brasilien oder Südafrika auf dem absteigenden Ast. Der 11. März 2011 hat sein Übriges getan. Ein Haushaltsloch, über das man gar nicht nachdenken möchte, eine Regierungspartei, die in den kommenden Tagen den 6. Premierminister in 5 Jahren vorstellen wird und eine heranwachsende Generation, die sich gegen konservative Werte stemmt (ohne sagen zu wollen, dass diese gut sind) lassen nicht unbedingt das Beste für Japan erhoffen.

Und Deutschland? Nun, wir können froh sein, dass eine Katastrophe wie der 11. März 2011 hier unmöglich ist. Doch ist sie unmöglich? Szenarien wie Flugzeugabstürze über Kernkraftwerken widersprechen dieser These. Klar ist, dass eine solche Umweltpolitik, wie sie in Deutschland betrieben wird, auch nicht von Dauer sein darf.

Um noch kurz zu den Wurzeln dieses Blogs zurückzukommen, so gibt es natürlich eine weitere Entwicklung in der vergangenen Zeit feststellen, nämlich die Abschaffung des Zivildienstes. Mein FSJ in Japan konnte ich damals vor allem deswegen machen, weil es mir als Zivildienstersatz diente. Dass heutige Entwicklung Vor- und Nachteile hat, ist klar. Wichtiger jedoch als diese zu erörtern, finde ich die Tatsache, dass es weiterhin Jugendliche und junge Erwachsene gibt, die sich bewusst dazu entscheiden, etwa ein Freiwilliges Soziales Jahr in Deutschland oder im Ausland abzuleisten und sich sozial zu engagieren (In diesem Zusammenhang ein kurzes Lob an den SFD Kassel). Bleibt zu hoffen, dass auch Japan sich bald wieder über die ein oder andere positive Meldung freuen kann.

 

Euch gefällt dieser Artikel? Ihr seid völlig anderer Meinung als ich? Ihr seht meine Sichtweisen genauso oder steht ihnen kritisch gegenüber? Ich freue mich über jeden Kommentar!





2010 in review

10 01 2011

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs! Ich danke euch allen für eure Unterstützung im Jahre 2010 sowie euer Interesse! Nur durch euch konnte ich ein solch – in meinen Augen – beeindruckendes Ergebnis erreichen, wie ihr es unten nachlesen könnt. Da es auch heute noch Interessenten über meine Auslandserfahrungen gibt, habe ich mir überlegt, demnächst weitere Berichte zum Thema Japan zu veröffentlichen. Ihr dürft also gespannt sein. Ein frohes neues Jahr 2011,

euer Sebastian

 

The stats helper monkeys at WordPress.com mulled over how this blog did in 2010, and here’s a high level summary of its overall blog health:

Healthy blog!

The Blog-Health-o-Meter™ reads Fresher than ever.

Crunchy numbers

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A Boeing 747-400 passenger jet can hold 416 passengers. This blog was viewed about 2,600 times in 2010. That’s about 6 full 747s.

 

In 2010, there were 12 new posts, growing the total archive of this blog to 35 posts. There were 51 pictures uploaded, taking up a total of 37mb. That’s about 4 pictures per month.

The busiest day of the year was December 15th with 155 views. The most popular post that day was Deutscher Weihnachtsmarkt Osaka.

Where did they come from?

The top referring sites in 2010 were facebook.com, pascallecomte.com, henninghana.blogspot.com, studivz.net, and de.wordpress.com.

Some visitors came searching, mostly for weihnachtsmarkt in japan, weihnachtsmarkt japan, moderne architektur, betongebäude, and deutscher weihnachtsmarkt in japan.

Attractions in 2010

These are the posts and pages that got the most views in 2010.

1

Deutscher Weihnachtsmarkt Osaka December 2009

2

Tokyo November 2009

3

Impressionen aus Kobe September 2009
3 comments

4

Erste Eindrücke August 2009

5

FSJ im Ausland July 2009
1 comment





12. Monatsbericht

16 09 2010

Das war es also. Mein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland. In Japan. Vorbei. Ein komplettes Jahr ist vergangen, vier wunderbare Jahreszeiten, alle mit ihren unterschiedlichen Reizen. 365 Tage, einer schöner als der Andere. Das soll es also gewesen sein?

In der Tat, denn am 17. August, als ich mit meinem guten Freund Michael am Flughafen Kansai bei Osaka mit einem Bier auf ein erfolgreiches Jahr anstieß, wurde mir bewusst, dass es nun heimwärts ging, heim nach Deutschland, heim in mein geliebtes Wiesbaden, heim? Nun ja, ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass Kobe in diesen besagten 365 Tagen nicht ein Stück Heimat für mich geworden ist. Diese Stadt, die 1995 von einem unfassbar schweren Erdbeben heimgesucht wurde und mittlerweile zu einer neuen Pracht im Westen Japans wiedererbaut werden konnte. Die Momente, die ich hier erlebt habe, werde ich nie vergessen. All die Kinder, die mir im Kindergarten der Deutschen Schule Kobe so ans Herz gewachsen sind, werden dort auch für immer einen Platz inne haben. Mein Zimmer, in dem ich so manch heißen und auch eisig kalten Tag verbrachte, wird mich stets an ein wundervolles Auslandsjahr zurückerinnern. Meine Fotos, welche ich in großer Regelmäßigkeit schoss, werden für den Rest sorgen.

Und doch, es heißt, man müsse abschließen. Abschließen mit traurigen, mit bewegenden, mit schönen Momenten. Und loslassen können. Loslassen von Altbewährtem, von lieb gewordenen Dingen, von netten Menschen.

Ich muss sagen, dass ich sehr glücklich bin, in einer Zeit aufzuwachsen, in welcher uns Medien wie das Internet mit Netzwerken wie Facebook erlaubt, Kontakte aufrecht zu bewahren, die sich in 10000 Kilometer  Entfernung von einem selbst befinden, denn dies ermöglicht mir, weiterhin in Kontakt treten zu können mit Menschen, die ich in Japan kennen und schätzen gelernt habe.

Man muss nicht wirklich loslassen, schließlich behält man immer einen Teil des Erlebten in sich und darf sich, wann immer man möchte, zurückerinnern.

Woran ich mich zurückerinnern werde? Ich muss nicht lange überlegen, bevor mir Schlagwörter wie Kinder, Kollegen, Kobe, Essen oder Osaka durch den Kopf schießen, doch es sind oft gar nicht sichtbare Dinge, an die man sich besonders gerne zurückerinnert. Etwa die Freundlichkeit von so vielen Menschen, die ich kennerlernen durfte und die mir dadurch erst eine solch positive Zeit ermöglichen konnten.

Ein Fazit? Es ist nicht schwierig, ein Resümee zu ziehen. Meine Erwartungen haben sich erfüllt. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Ein wundervolles Jahr voller Höhen und ohne Tiefen, das mich charakterlich, menschlich, weitergebracht hat. Ein wundervolles Jahr, in dem ich traumhafte Orte sehen durfte und liebevollen Menschen begegnet bin. Ein wundervolles Jahr, in dem ich in viele verschiedene Arbeitsbereiche Einblicke bekommen konnte und meine ganz persönlichen Erfahrungen machte.

Es geht letztendlich gar nicht darum, Konkretes anzusprechen, sondern darum, ein gutes Gefühl bei der Sache zu haben. Ich hatte 365 Mal ein gutes Gefühl. Das war es also.

PS: Solltet ihr doch etwas Konkreteres lesen wollen, dann schreibt mir bitte in der Kommentierungsfunktion einen Kommentar! Euer Sebastian





11. Monatsbericht

21 07 2010

Liebe Freunde, Unterstützer, Interessenten, Leserinnen und Leser!

Während ich diesen 11. Monatsbericht schreibe, liege ich faul auf meinem Bett, lausche dem Zirpen der Zikaden im Garten und genieße die kühlen Temperaturen, welche mir die Klimaanlage in meinem Zimmer bereitet. Draußen herrscht ein schwüles Klima, welches fast an tropische Verhältnisse erinnert und die Menschen zu jeder Tageszeit schwitzen lässt. Ich selbst lasse mich in noch frische Erinnerungen fallen, die mir vor Augen führen, dass ich erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal in Berührung mit wirklich tropischem Wetter gekommen bin. Ich schwelge in den Erinnerungen und Impressionen meiner Reise, die ich im Zuge meiner hiesigen Sommerferien unternahm und ertappe mich immer wieder beim Schwärmen von Erlebtem und Gesehenem. Ich kann noch immer kaum mein Glück fassen, die Möglichkeit gehabt zu haben, Länder wie Hong Kong, China, Malaysia und Singapur zu besuchen. Man kann nicht beeinflussen, als wer man geboren wird und schon gar nicht, wo und unter welchen Verhältnissen, doch dürfen wir niemals vergessen, dass das, was wir haben und bekommen, nicht die Selbstverständlichkeit ist. Wir dürfen niemals vergessen, dass das Glück und die Chancen, die uns möglicherweise seit unserer Geburt ereilten, nicht gleichmäßig verteilt sind auf der Erde und wir äußerst privilegiert sind. So privilegiert, dass ich beispielsweise eine Reise durch diese faszinierenden Nationen Asiens habe machen dürfen, was ich stets im Hinterkopf behielt. Im Zuge meiner Reise habe ich atemberaubende Landschaften und berühmte Sehenswürdigkeiten zu sehen bekommen und des Weiteren viele spannende und nette Menschen aus allen Herren Ländern treffen dürfen, was mir letztendlich fast noch mehr bedeutet hat, als all die oben genannten Gebäude und Tempel zu sehen, da mir klar wurde, dass man auf der ganzen Welt gleichgesinnten, freudigen und interessanten Menschen begegnen kann. Dennoch stellt sich natürlich nicht die Frage, ob ich es genossen habe, mir diese Länder genauer unter die Lupe zu nehmen, denn das habe ich selbstverständlich.

Zu Beginn meines Unternehmens ging es also von Osaka aus nach Hong Kong, wo ein weiterer Freiwilliger wohnt, der sein Jahr an der deutsch-schweizerischen Schule Hong Kong verbringt und den ich als kostenlosen und – wie sich im Nachhinein herausstellte – sehr talentierten Reiseführer engagierte. Mein erster Eindruck von Hong Kong war, und ich muss dazu sagen, dass ich abends dort ankam, dass ich noch nie so viele Hochhäuser auf einem Fleck gesehen hatte, noch dazu alle farblich differenziert bestrahlt. Es ist schlichtweg unfassbar, wie man eine so große Zahl hoher Gebäude auf einen so relativ engen Raum bauen kann. Noch dazu besteht der Unterschied zu Japan, dass in Japan Hochhäuser meist als Bürogebäude genutzt werden, während die Hong Konger Hochhäuser, übrigens nicht konventionell vier-, sondern mindestens achteckig und meist noch mit zahlreich angebauten Ecken und Kanten geschmückt, allesamt Wohnhäuser sind. Hong Kong ist bekannt für seine kleine Fläche, die zusätzlich auch noch extrem schwierig zu bebauen ist. Daher ist es interessant zu sehen, dass innerhalb der vielen Hügel und Berge alle halbwegs nutzbaren Flächen mit massig vielen Gebäuden bebaut worden sind, was dazu führt, dass man ganze Landstriche ohne ein einziges Haus sieht und sich plötzlich vor einem monströsen Gebäudekomplex wiederfindet, bei dem man sich fragt, ob er wirklich aus Menschenhand erbaut wurde oder aber wie ein Pilz aus dem Boden gesprossen ist.  Ansonsten ist Hong Kong meiner Meinung nach ziemlich westlich, womit ich sagen will, dass es sich um eine internationale Stadt mit einem nicht allzu typisch asiatischen Charakter handelt. Positiv aufgefallen ist mir vor allen Dingen das Essen, das sehr abwechslungsreich und noch dazu viel billiger als in Japan ist, sowie die Vielzahl von architektonisch verschieden gestalteten Hochhäuser, welche in der Summe eine atemberaubende Skyline schaffen, welche man entweder von der gegenüberliegenden Insel Tsim Sha Tsui oder aber vom Peak aus betrachten kann, einer Anhöhe, welche sich sozusagen hinter der Skyline befinden und welche man mit einer alten Tram erreichen kann. Außerdem gibt es auf den zahlreichen Inseln, beispielsweise auf Lantau und Lamma Island, welche man alle bequem mit der Fähre anfahren kann, einiges zu entdecken, etwa den größten bronzenen Buddha der Welt, welcher sich im Freien befindet.

Nach 6 Tagen Hong Kong, viel Spaß, einem Strandtag, einer Fahrradtour durchs Hong Konger Hinterland, zahlreichen WM-Spielen sowie einem eintägigen Ausflug in die Volksrepublik China ging es für mich weiter zu meiner nächsten Station Malaysia. Vorher möchte ich kurz auf China zu sprechen kommen, da auch dies eine große Erfahrung für mich bedeutete. Ich besuchte mit meinem Freund William die Stadt Shenzhen, welche von Hong Kong nur durch einen Fluss getrennt ist. Umso erstaunlicher fand ich es doch, dass dieser Fluss scheinbar zwei völlig verschiedene Welten voneinander teilte. Shenzhen war nicht unbedingt unterentwickelter als Hong Kong, denn auch dort fand man moderne Hochhäuser und völlig normale Infrastruktur, doch waren es die Menschen und deren Verhalten, die mir zeigten, dass ich mich nicht mehr in Hong Kong befinde. Sie sahen nicht nur ein kleines bisschen anders aus und kleideten sich anders, sondern verhielten sich mir völlig fremd. Ein Beispiel etwa war, dass sie einen in die Augen gucken und dann den Blick nicht mehr von einem loslassen, manche einem sogar folgen und man sich ständig unwohl und nicht sicher fühlt. Gerade am Bahnhofsvorplatz gab es eine Menge Menschen, die einfach herumstanden, ohne etwas zu machen und scheinbar darauf warteten, dass jemand vorbeikam, dem sie hinterhergehen können. Was mir auch auffiel, war, dass es sehr dreckig war und stank. All diese und noch weitere Tatsachen sorgten bei mir dafür, dass ich Shenzhen als alles andere als schön in Erinnerung habe, wenngleich ich froh darüber bin, diese Erfahrung gemacht zu haben!

In Kuala Lumpur, Malaysias Hauptstadt angekommen, fiel mir auf, dass es hier deutlich schneller, hektischer und unorganisierter zuging als in Japan oder Hong Kong. Die Straßen selbst waren dreckiger, als ich es je gesehen hatte in einem anderen Land und die Zahl der Ratten war erschreckend. Heruntergekommene Häuser, schäbige Fassaden und die permanente Feuchtigkeit, die einen auch nachts schwitzen lässt, all das konnte nicht dazu führen, dass ich diese Stadt als hässlich bezeichnen würde, im Gegenteil, gerade die Eile und Hektik dieses Landes, die Unorganisiertheit im öffentlichen Leben sowie die wenig vertrauenswürdig erscheinenden Menschen, welche einen stets auf gefälschte Markenware ansprechen, sorgten für eine unerwartete Romantik  und festigten ein Bild in mir von Kuala Lumpur, das ich als alles andere als unsympathisch einstufen würde. Es war ein besonderes Erlebnis, diese Zeit in Malaysia. Mein erstes tropisches Land. Hier wurden Früchte auf provisorischen Ständen verkauft, die ich nicht ansatzweise einstufen konnte, da ich sie nie vorher gesehen hatte. Der allgegenwärtige Kuala Lumpur Tower zeichnet sich stets am Himmel ab und auch die Petronas Twin Towers, die wohl beeindruckensten Hochhäuser, die ich je gesehen hatte, waren oft genug zu bestaunen. Vor allem eines fand ich faszinierend und geradezu vorbildlich an dieser Stadt, nämlich die Tatsache, dass hier Christen, Hindus, Buddhisten und Muslime friedlich miteinander in einer großen Gemeinschaft leben, was nicht überall der Fall ist auf diesem Planeten. Alles in allem hatte ich eine tolle Zeit in Malaysia, das es mir sehr angetan hat und vielleicht die spannendste meiner Stationen darstellte. Ich habe eine gewisse Liebe für dieses Land entwickeln können, wobei ich leider sagen muss, dass ich viel zu wenig davon sah, mir jedoch auch sicher bin, dass ich wiederkommen werde!

Meine letzte Station hieß Singapur. Diesen modernen Stadtstaat, welcher als sauberste Stadt der Welt bezeichnet wird und berüchtigt für seine drakonischen Strafen ist, erreichte ich mit dem Bus aus Kuala Lumpur. Während der Busfahrt fiel mir immer wieder der Regenwald auf, über dem dieser ganz charakteristische Dunst lag, den man sich vorstellt, wenn man an tropische Wälder denkt. In Singapur angekommen, traf ich mich mit einem weiteren Freund, welcher sein Auslandsjahr derzeit dort  verbringt. Zu Singapur lässt sich mit Sicherheit sagen, dass es die Partymetropole Asiens ist. In der Tat lässt es sich dort bestens feiern, wie ich aus eigener Erfahrung nun beurteilen kann. Ansonsten fand ich die Internationalität dieses Landes sehr interessant, in dem übrigens eine Jahresdurchschnittstemperatur von 20° C herrscht. Man kann in Chinatown herumlaufen und befindet sich im nächsten Moment in Little India. Ansonsten fand ich Singapur persönlich nicht so spannend, was Sehenswürdigkeiten anbelangt, wobei die Stadt mit anderen Faktoren wie dem Nachtleben und den schier unendlichen Shoppingmalls punkten kann.

Über einen weiteren Zwischenstopp in Hong Kong, bei dem ich unter anderem das WM-Finale in einer deutschen Bar schaute, ging es schließlich wieder zurück nach Japan, im Gepäck hunderte von tollen Impressionen und Erlebnissen. Diese zwei Wochen waren etwas ganz besonderes für mich, da es das erste Mal war, dass ich auch einmal andere Länder Asiens zu Gesicht bekam als Japan. Ich wage sogar zu behaupten, dass es mich menschlich wieder ein Stück weitergebracht hat. Ich bin wirklich äußerst dankbar und glücklich, dass ich diese Horizonterweiterung habe erleben dürfen!

Seit einer Woche bin ich nun zurück in Kobe und habe die Regenzeit mehr oder weniger unbeschadet überstanden. Seit Montag arbeite ich in der Sommerschule der Deutschen Schule Kobe, über die ich in meinem letzten Monatsbericht zu sprechen kommen werde. Man kann die Tage, in denen es für mich zurück nach Wiesbaden geht, nun fast an fünf Händen abzählen. Es macht mich einerseits traurig, dass ich mich von meinem Leben und meinem aufgebauten Umfeld hier verabschieden muss, andererseits freue ich mich, all die Menschen in Deutschland wiederzusehen! Noch bin ich jedoch hier in Kobe, liege weiterhin faul in meinem Bett, doch die Zikaden haben bereits aufgehört zu zirpen…

Euer Sebastian





10. Monatsbericht

29 06 2010

Liebe Freunde, Interessenten, Unterstützer und regelmäßige Leser!

Nach genau 180 Schultagen hieß es am Freitag, den 18. Juni 2010, Abschied zu nehmen von all den Kindern, Eltern und Kollegen der Deutschen Schule Kobe. 180 Tage, in welchen man speziell die Kinder liebgeworden hat und zu jedem Einzelnen eine Art Beziehung aufbauen konnte. 180 Tage, in denen man jedes individuelle Kind intensiv kennenlernte und es täglich motivierte und unterstützte. 180 Tage, in denen man seine ganz eigenen speziellen Erinnerungen und persönlichen Momente mit jedem Kind hatte. Innerhalb eines Tages soll man also von der einen auf die andere Minute Abschied nehmen?

Nun ja, zweifelsohne gibt es im Leben unzählige Momente, in welchen man Abschied nehmen muss. Abschied von Freunden, Abschied von vertrauten Menschen und Orten, Abschied auch von Verstorbenen. Dies ist der Lauf des Lebens und das Abschied nehmen ist in gewissem Sinne nicht nur eine negative Sache, sondern eröffnet einem auch den Beginn in eine neue, ungewisse, doch gleichzeitig mit Spannung erwartete Zukunft, die viel Gutes zu bringen vermag.  Ich möchte betonen, dass es mir trotzdem besonders schwer gefallen ist, von den 15 Kindern des Europäischen Kindergartens der Deutschen Schule Kobe Abschied zu nehmen. Jedes einzelne Kind hat man gern, als wäre es sein Eigenes und man ist so stolz auf das, was es in einem Jahr hat leisten und erreichen können. Speziell an besagtem Freitag kam dies noch einmal besonders zum Tragen, da jede Klasse unserer Schule vor versammelten Eltern und Lehrern seine einstudierten Lieder und Stücke zum Besten gab und man sah, wie sich die Kinder nicht nur körperlich, sondern auch innerlich, sprachlich und verhaltenstechnisch gewandelt hatten. Die wunderbare Abschlussfeier wurde mit der Verabschiedung der Kinder, welche kommendes Jahr nicht mehr unsere Schule besuchen werden, fortgeführt, bis es schließlich zur Lehrerverabschiedung kam, da auch insgesamt 5 Mitarbeiter die Schule verlassen werden. Ich wurde also als Erster nach vorne gebeten und erhielt neben netten Worten der Schulleiterin ein Geschenk für meine Arbeit während des Schuljahres. Anschließend hielt ich eine Art kleine Abschlussrede, in welcher ich nicht nur den Kindern, Eltern und Lehrern, sondern speziell zwei Kolleginnen dankte, nämlich meiner Kollegin E. im Europäischen Kindergarten, von der ich sehr viel lernen durfte und die mich stets unterstützte, sowie meiner permanenten Ansprechpartnerin Frau W., welche überhaupt verantwortlich dafür war, dass dieses ganze Jahr für mich so in dieser Form zustande kommen konnte und die mich unter ihre Fittiche nahm. Nach diesem für mich wirklich äußerst emotionalen Moment kam es schließlich zum gemeinsamen Mittagessen, welches aus den verschiedenen, jeweils zu Hause gekochten Kreationen der Eltern zusammengestellt wurde. Noch einmal hatte man die Möglichkeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und den Kindern „Lebe wohl“ zu sagen. Besonders freute ich mich dabei, dass ich sehr viele selbst gebastelte Geschenke und Fotos entgegennehmen durfte, die mich auch in Jahren noch an diese wundervolle Zeit hier in Kobe zurückerinnern werden!

Schließlich war der Moment gekommen, dass nochmal alle einzelnen Klassen in ihre Klassenräume zurückkehrten und die mehr oder weniger offizielle Verabschiedung zwischen Lehrern und Kindern stattfand. Auch dies war sehr emotional, verstärkt natürlich bei uns Erziehern, da die Kinder teilweise einfach noch zu jung sind, um zu realisieren, was vor sich geht. Wenn man bei einem solchen Moment dann von einem 4-jährigen Kind zu hören bekommt, dass man den nächsten Schulausflug doch am besten nach Wiesbaden mache, dann kann man einfach nicht anders, als diese Kinder zu lieben. Ich werde jeden Einzelnen mehr als vermissen und bin gleichzeitig so stolz und froh, welch Entwicklung sich bei allen bemerkbar gemacht hat und wünsche ihnen nur das Beste, alles Gute und alles, was sie brauchen für ein für sie erfülltes Leben – und wer weiß: Vielleicht werden sich ja unsere Wege noch einmal kreuzen an einem ganz anderen Ort der Welt? Sie alle können sich auf jeden Fall glücklich schätzen, eine derart gute Ausbildung zu erhalten und eine Vielzahl von Sprachen zu sprechen, denn Sprachen sind meiner Meinung nach das Tor zur Welt.

Für mich persönlich stehen nun 4 Wochen Sommerferien an, bevor ich in der Sommerschule, einem Programm für Kinder, deren Eltern zumeist auch in den Schulferien arbeiten müssen, arbeiten werde. Bevor dies jedoch losgeht, freue ich mich sehr auf meinen Urlaub, in dem ich Großes vorhabe, denn ich habe mir vorgenommen, zunächst nach Hong Kong zu fliegen und dort ein paar Tage zu verbringen, bevor es weiter Richtung Malaysia und Singapur geht. Ich bin gespannt, welch Abenteuer mich erwarten und werde im nächsten Monatsbericht darauf zu sprechen kommen! Ich wünsche allen Eltern, Kindern und Kollegen der DS Kobe schöne Ferien und euch zu Hause in Deutschland und dem Rest der Welt alles Gute, weiterhin emotionale wie schöne Abschiede und den WM-Titel!

Euer Sebastian





9. Monatsbericht

4 06 2010

Liebe Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer und Interessenten!

Da im vergangenen Monat einige schulische und persönliche Events anstanden, möchte ich in diesem Monatsbericht speziell auf diese zu sprechen kommen. Es fasziniert und freut mich immer wieder, wie viele Veranstaltungen in das Schuljahr eingebaut sind, so dass der Alltag wirklich niemals monoton erscheinen könnte.

Anfangen möchte ich mit unserem Ausflug zum Science Museum. Dieses liegt auf der zweiten künstlichen Insel Kobes, Port Island, und ist mehr als einen Besuch wert. Das Besondere an dem vierstöckigen Museum ist die Tatsache, dass die Kinder und alle Besucher eine Vielzahl an verschiedenen Experimenten mit eigenen Händen testen können und so spielerisch lernen. Sicherlich könnt ihr euch denken, dass ein solcher Ort geradezu prädestiniert ist für 3- bis 5jährige Kinder, die vor Experimentierlust nur so strotzen. Hauptsächlich handelte es sich natürlich um physikalische und mechanische Versuche, doch auch einen großen Abschnitt, der sich etwa mit dem menschlichen Körper befasst, ist zu finden. Alles in allem kamen alle Kinder voll auf ihre Kosten, wenn auch manche noch ein wenig zu jung waren, um wirklich physikalische Zusammenhänge zu durchschauen.

Als Nächstes komme ich auf den Besuch zweier Gruppen aus Deutschland zu sprechen. Bei der Ersten handelte es sich um eine Jugendtanzgruppe mit dem Namen „Kabawil“ aus Düsseldorf.  „Kabawil“ ist eine Gruppe mit einer recht großen Zahl an Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die verschiedene Tanzstile wie etwa Hip-Hop und Breakdance beherrschen. Im Zuge ihres Besuchs in Kobe hielten sie mit unseren Schülerinnen und Schülern Workshops ab, um bei der gemeinsamen Gruppenpräsentation die „Ergebnisse“ vorzustellen. Was sie dabei innerhalb kürzester Zeit bewerkstelligen konnten, war faszinierend, denn die kleinen Grüppchen stellten unabhängig voneinander  verschiedene Tänze vor, die sich wirklich haben sehen lassen können. Die Kinder waren mit viel Elan und Energie dabei, auch die Konzentration kam nicht zu kurz, so dass es ein unvergesslicher Tag für alle Beteiligten wurde.

Bei der zweiten Gruppe handelte es sich um eine Big Band eines Gymnasiums in Lemgo, welches in unserer Aula ein Konzert zum Besten gab. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, der Darbietung zu lauschen, da ich anderweitig eingesetzt war, doch hörte ich nur positive Stimmen im Anschluss.

Ich finde, dass es eine tolle Sache ist, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente in verschiedenen Gruppen wie in diesem Falle der Big Band aus Lemgo und „Kabawil“ nutzen und weiterentwickeln können und die Möglichkeit bekommen, im Zuge solcher prägenden Reisen etwa Konzerte zu geben oder vorzutanzen und einen Einblick in fremde Länder und das deutsche Auslandsschulwesen zu erhalten.

Vor etwa zwei Wochen fand der European Day an der Deutschen Schule Kobe statt. Grob gesagt handelte es sich um das frühsommerliche Pendant zum Oktoberfest, welches wir vergangenes Jahr feierten. An diesem Samstag wurde, wie der Name bereits verrät, das Hauptaugenmerk auf Europa gelegt. Das bedeutete, dass sowohl das Programm als auch die Speisen einen mehr als europäischen Einfluss besaßen. Auf der Tagesordnung fanden sich unser deutscher und europäischer Chor, eine musikalische Darbietung mit Cello, Trompete, Violine und Klavier mit Stücken aus Europa, ein traditioneller schottischer Highland Dance, welcher von der Scottish Academy of Osaka mit Kilts und Dudelsack zum Besten gegeben wurde sowie populäre europäische Titel auf der Gitarre. Auf der Speisekarte des großen Büffets fanden sich Gerichte wie etwa Königsberger Klopse, Zwiebelkuchen, Quiches, Bruschetta und Paella. Als Hauptpreis der Tombola war ein Flug in die Türkei von Turkish Airlines ausgeschrieben.  An einem sonnigen Tag erlebten die Gäste, die vornehmlich deutsches Bier und französischen Wein genossen, einen schönen Tag ganz im Zeichen Europas.

Am vergangenen Mittwoch, den 2. Juni, hatten wir einen weiteren gemeinsamen Ausflug mit dem europäischen und deutschen Kindergarten, den letzten dieses Schuljahres. Aufgrund des alles überragenden Wetters fuhren wir an den Strand, der sich etwa 25 Minuten mit dem Bus von der Schule entfernt befindet. Dort angekommen, fanden wir einen schönen Sandstrand vor, welcher zu allem positiven Überfluss auch noch menschenverlassen war. Nach einem gemeinsamen Picknick ging es für die Kinder endlich los mit dem Spielen. Da die Mehrheit natürlich nicht schwimmen kann, gaben wir ihnen immerhin die Möglichkeit, mit ihren Füßen die Wellen des Meeres zu spüren. Des Weiteren wurden fleißig Sandburgen gebaut, Muscheln gesammelt und Lehrer eingebuddelt. Insgesamt war es mit Sicherheit eines der absoluten Highlights des Schuljahres für die Kinder, die sich einmal mehr austoben konnten und einen unvergesslichen Tag am Strand verbrachten, doch auch wir Erzieher kamen voll auf unsere Kosten und wussten es zu schätzen, die Chance zu haben, einen Kindergartenausflug ans Meer zu machen, was man auch nicht überall hat.

Zuletzt möchte ich noch auf zwei weitere, mehr oder weniger persönliche Momente zu sprechen kommen. Ersteres geschah an einem ganz normalen Montag, als ich mit einem Anruf der Schulleiterin geweckt wurde. Was ich da hörte, konnte ich im ersten Moment nicht glauben, denn sie sagte mir, dass eine Unwetter- und starke Regenfallwarnung ausgegeben wurde und der Unterricht nicht stattfinden kann unter diesen Umständen, da die Kinder nicht zur Schule gelangen können. Ich konnte es, wie gesagt, nicht fassen, da ich mir auch gar nicht über die Existenz einer solchen Warnung bewusst war. Tatsächlich hatte es seit Samstag ohne Unterbrechung geregnet und vor meiner Unterkunft hatte sich ein Fluss gebildet, der diesem Namen alle Ehre machte und einen eigenen Namen verdient hätte. Letztlich hatten alle Lehrer doch zur Schule zu kommen, da der Unterricht anfangen  sollte, sobald die Warnung aufgehoben werden sollte. Dies war jedoch nicht der Fall, so dass die Kinder an diesem Tag zu Hause blieben. Während meiner Hin- und Rückfahrt sah ich, wie die Pegel der Flüsse Kobes bedrohlich anstiegen, doch hab ich im Nachhinein – Gott sei Dank -  nichts von einem Hochwasser oder dergleichen gehört oder gelesen.

Mein zweites Erlebnis stellt einen meiner Höhepunkte in Japan dar. Ein japanischer Freund, den ich hier kennengelernt hatte, ermöglichte es mir, durch seinen Kontakt zu seiner ehemaligen Deutschprofessorin eine Tätigkeit als Gastsprecher an der Konan Universität zu Kobe zu organisieren. Am 28. Mai sprach ich also im Fach „Deutsch als Fremdsprache“ vor und referierte – grob gesagt – über die Wehrpflicht, den Zivildienst und das Leben eines Schülers in Deutschland sowie mein FSJ in Japan und das deutsche Schulsystem. Es war wirklich eine mehr als spannende Erfahrung, Gastdozent an einer japanischen Universität zu sein, denn diese Chance bekommt man wahrlich nicht alle Tage! Ich habe den Vortrag auf Japanisch gehalten und hatte dabei viel Spaß, auch, weil die Studentinnen und Studenten großes Interesse an meinem Vortrag und meiner Powerpoint-Präsentation zeigten. Insgesamt ein wirklich tolles Erlebnis, welches sich übrigens am 9. Juni wiederholen wird und das ich schon jetzt nicht missen möchte!

Ihr seht mal wieder, dass die Zeit hier nicht stillsteht und ich stattdessen eine prägende Erfahrung nach der Anderen machen darf. Die Zeit rennt und rennt und da ich mich noch nicht mit dem Gedanken befassen möchte, dies hier alles bald hinter mir zu lassen, freue ich mich auf viele weitere tolle Momente!

Euer Sebastian





8. Monatsbericht

24 05 2010

Liebe Freunde, Leser, Interessenten und Unterstützer!

Aufgrund der Tatsache, dass ich nur noch 3 Monate hier in Japan sein werde und es nach den Sommerferien eventuell einen Nachfolger für mich geben wird, habe ich mich dazu entschlossen, diesmal ein wenig mehr auf meine Arbeit und mein Leben hier in Kobe einzugehen, nachdem ich in meinem letzten Monatsbericht ausführlich auf meine Freizeit zu sprechen gekommen bin, schließlich sollen die monatlichen Berichte auch immer einen Eindruck auf die möglichen Nachfolger vermitteln, damit diese durch Erfahrungsschilderungen genauer wissen, was sie in etwa erwarten wird.

Wie ihr alle wisst, handelt es sich bei meiner Dienststelle um die Deutsche Schule Kobe. Sie befindet sich auf einer künstlichen Insel mit dem Namen Rokko Island, welche im Südosten der Stadt zu finden ist. Kobe selbst hat etwa 1,5 Millionen Einwohner und liegt in der Kansai-Region, welche unter anderem auch Städte wie Kyoto oder Osaka miteinschließt. Die Schule feierte vergangenes Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und kann somit auf eine stolze Vergangenheit zurückblicken. War sie im Jahre 1909 noch als reine deutsche Schule gegründet worden, so trägt sie heute den Beinamen „European School“, da die Schule seit einigen Jahren auch einen englischen Zweig anbietet. In die Schule integriert ist ein Kindergarten, wobei zwischen deutschem, europäischem (englischsprachig) und Pre-Kindergarten differenziert wird. Neben der deutschen und englischen Vorschule findet man des Weiteren die Klassenstufen 1 bis 6, jeweils in zwei Sprachen, vor.

Aufgrund dessen, dass der Unterricht mindestens bilingual, oftmals auch dreisprachig, stattfindet, da auch Japanisch angeboten wird, ist das Kollegium entsprechend international. Ich selbst bin seit Beginn meiner Dienstzeit im Kindergarten untergebracht, wobei ich überwiegend im europäischen Teil eingesetzt bin. Während meiner Arbeit fungiere ich als vollwertiger Erzieher und bin permanent Ansprechpartner für die Kinder, welche 3 bis 5 Jahre alt sind. Mit meinen Kolleginnen passen wir also einerseits auf die Kinder auf, wobei es sich um deutlich mehr als nur Aufsicht handelt. Das gesamte Schulprogramm orientiert sich am PYP-Programm (Primary Years Programm) der IB-School, welche auf der ganzen Welt Schulen zertifiziert. Hauptaspekt ist vor allen Dingen, die Kinder schon in frühen Jahren bestmöglich in den verschiedensten Bereichen zu schulen, was durch die Methode erreicht werden soll, dass es etwa monatlich ein neues Thema gibt, auf das die Kinder langsam herangeführt werden und auch durch Eigenarbeit und Projekte lernen sollen, was es mit diesem Thema auf sich hat. Ich persönlich finde diese Art von Unterricht sehr sinnvoll, denn die verschiedenen Projekte machen den Kindern nicht nur viel Spaß, sondern helfen auch wirklich, dass sie etwas lernen, was sie womöglich auch auf ihr weiteres Leben vorbereitet. Ansonsten bieten wir den Kindern natürlich auch weitere Schwerpunkte an, die sich teilweise täglich unterscheiden, etwa Sport-, Musik- oder Bastelunterricht. Bei all jenen Aktionen bin ich als Erzieher mit meinen Kolleginnen dazu da, um den Kindern helfen zu können und sie zu unterstützen.

Wer jemals mit Kindern gearbeitet hat, der wird schnell merken, dass sich verschiedene Altersstufen wirklich mehr als unterscheiden. Speziell für die Altersgruppe, die ich unterrichte, heißt es, dass sie am sensibelsten seien, was die Aufnahme von neuen Eindrücken und die Verarbeitung von neu  Gelerntem betrifft. In der Tat habe ich in meiner bisherigen Arbeitszeit oft genug staunen und miterleben dürfen, wie schnell sich die Kinder entwickeln und lernen. Es mag ein gewagter Vergleich sein, doch schon bei den Zweijährigen sieht man beim Spielen, dass sie durch Probieren versuchen, herauszufinden, was man mit verschiedenen Gegenständen bewerkstelligen kann, ähnlich unserer Ur-Vorfahren, wie ich finde. Bei den Drei- bis Fünfjährigen wiederum kommen ganz andere Phänomene zum Tragen, verstärkt im Sozialverhalten und bei der Kommunikation. Gerade deshalb versuchen wir als Vorbilder, den Kindern zu vermitteln, was in Sozialverhaltens- und Kommunikationsfragen das richtige Denken darstellt. Interessant für uns zu sehen ist dabei immer wieder, dass man die Kinder schon durch einfache Fragen und Anregungen zum Weiterdenken verleiten kann, selbst in diesem Alter. Hinzu kommt immer wieder die für mich absolut verblüffende Tatsache, dass viele unserer Kinder nicht nur 2, sondern mitunter 3 Sprachen sprechen können, was sich jedoch oftmals nicht als Belastung, sondern als Vorteil herausstellt.

Des Weiteren veranstalten wir im Kindergarten viele große Aktionen wie etwa ein gemeinsames Kochen oder Ausflüge. Besagte Aktionen werden im ganzen Kindergarten unternommen, was bedeutet, dass sowohl die englisch- als auch deutschsprachigen Kinder integriert werden. Natürlich feiern wir auch traditionelle Feste und Feiertage, seien es deutsche wie japanische.

Monatlich finden Versammlungen in der Aula statt, bei welchen die einzelnen Klassenstufen jeweils ein Programm vorbereiten und meist etwas vorführen. Auch Eltern sind zu diesen Veranstaltungen eingeladen, bei welchen am Ende jeweils Awards für Kinder verteilt werden, welche sich im jeweiligen Monat besonders hervorgetan haben.

All dies sorgt für eine sehr nette, familiäre Atmosphäre an der Schule, da es sich um eine relativ kleine Schülerzahl handelt und jeder jeden kennt. Das Schulgebäude selbst wurde erst 2009 bezogen, als der Neubau fertiggestellt wurde. Es handelt sich um einen hochmodernen, hölzernen Gebäudekomplex, der durch ein spezielles, umweltschonendes Klimatisierungsverfahren für mildes Klima im Sommer sorgt, um konzentriert arbeiten zu können. Die Schule befindet sich in einem wirklich schönen, gepflegten Umfeld inmitten der Insel, die viele moderne Gebäude beherbergt.

Überhaupt ist Kobe ein wahrhaft schöner Ort zum Leben. Ich kann mit Stolz von mir behaupten, dass ich schon viele japanische Städte in meinem Leben sehen durfte, doch keine schien mir lebenswerter als Kobe. Hier ist es nicht ganz so hecktisch und laut wie in Osaka oder gar Tokyo, jedoch auch alles andere als klein, somit die perfekte Größe für eine Stadt. Touristische Attraktionen werden geboten, traditionelle Feste, alteingesessene Geschäfte und ein spannendes Nachtleben. Die Kansai-Region zeichnet sich dadurch aus, dass man in relativ kurzer Zeit viele interessante Städte besuchen kann, um noch am selben Tag nach Hause zurückzukehren. Kobe liegt zwar unmittelbar am Meer, doch da die Berge sich sehr nahe dem Wasser befinden und viele Häuser am Hang erbaut sind, besitzt die Stadt ein ganz eigenes Flair.

Was mein eventueller Nachfolger beachten sollte, ist die Tatsache, dass das Leben in Japan alles andere als billig ist. Lebensmittelpreise etwa sind hier zum Teil deutlich höher als in Deutschland und auch für alltägliche Sachen wie etwa eine Tasse Kaffee oder den Nahverkehr muss man viel investieren. Hinzu kommen natürlich eigene Interessen, seien es neue Kleidung, das Nachtleben oder andere Luxusgüter.

Trotz dieser Sache ist Japan wirklich sehr lebenswert! Man findet hier alles, was man braucht und den eigenen Interessen und Neigungen sind keine Grenzen gesetzt. Überall ist es äußerst hygienisch und die Menschen sind mehr als höflich. Man baut mitunter sehr schnell Kontakt zu anderen Japanern auf, da diese sehr interessiert an Ausländern sind, die in diesem Land stets eine Art Attraktion darstellen. Mit Sicherheit wird jemand, der das Land zum ersten Mal bereist, einen mehr oder minder schweren Kulturschock erleben, doch ich denke, dass man sich mit der Zeit an noch so unbekannte Umstände gewöhnen kann, denn Japan steckt wirklich voll von Überraschungen!

Ich wünsche mir daher sehr, dass sich ein Nachfolger für meine Stelle an der Deutschen Schule Kobe finden lässt und wünsche euch allen in Deutschland und dem Rest der Welt, wo meine Berichte möglicherweise gelesen werden, alles Gute!

Euer Sebastian





7. Monatsbericht

15 04 2010

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Unterstützer, Freunde und Interessenten!

Ich möchte mich zu Beginn bei euch allen ganz herzlich entschuldigen für das über einen Monat lang anhaltende Vernachlässigen meines Blogs sowie meiner Berichterstattung aus Japan! In den letzten Wochen ist hier einiges passiert, was ich im folgenden Monatsbericht ausführlich schildern möchte:

Das wohl mit Abstand größte Highlight der vergangenen Zeit war sicherlich der Besuch meiner Freundin, welche nach einem fast halbjährigen Neuseelandaufenthalt einen dreiwöchigen Abstecher nach Japan machte. Zuvor jedoch war Geduld gefragt, denn zwischen letztem Monatsbericht und ihrer Ankunft lagen noch drei ganz normale Arbeitswochen. Wie sich der Ein oder die Andere vorstellen kann, verging diese Zeit erschreckend schnell, wenn wir auch mit anhaltender Kälte zu kämpfen hatten, da bekanntlich der Februar und März die kältesten Monate in Japan darstellen. Und doch vergehen die Tage wie eh und je. Man entwickelt seine tägliche Routine und lebt des Weiteren in den Tag hinein, speziell, wenn es so kalt ist und man am Wochenende wenig Motivation für Aktivitäten im Freien entwickeln kann. Dies mag mancher mit Faulheit begründen wollen, doch stellt euch vor, ihr wacht an einem Samstagvormittag auf und beschließt, euer warmes Bett zu verlassen, nur, damit ihr euch etwas zum Frühstück machen könnt in der Küche. Schon hat man einen Fuß aus dem Bett gestreckt, merkt man, dass dies der falsche Beschluss zum falschen Zeitpunkt war, doch ist auch das Hungergefühl nicht das Schönste. Man verlässt also sein Zimmer, um in die eisige Küche zu gehen für ein paar geröstete Toastscheiben und einen warmen Kakao. Nach einem solch prägenden Moment schon am Morgen kommt man gar nicht auf die Idee, seine vier Wände verlassen zu wollen. Doch ganz untätig bin ich in dieser Zeit selbstverständlich auch nicht gewesen: Einem Mitfreiwilligen, welcher in Osaka sein Auslandsjahr verbringt, ist es gelungen, uns Fußballverrückten eine wöchentliche Gelegenheit zu ergattern, bei der wir dieser Sportart nachgehen können, also ist es nun Brauch, dass wir uns jeden Samstag um 5 Uhr treffen, um mit dem Chemie-Studiengang der Osaka-Universität zu kicken. Dies wird dann meist verbunden mit weiteren Aktivitäten, sodass mir an einem Samstag niemals langweilig werden könnte. Außerdem traf ich mich vor einigen Wochen mit der ehemaligen Mitschülerin, welche ich im letzten Monatsbericht erwähnte, sowie weiteren ehemaligen Mitschülern, was ein sehr schönes Erlebnis war, da wir uns mehrere Jahre nicht mehr begegnet waren. Überhaupt konnte ich mir in der letzten Zeit ein kleines, aber durchaus feines freundschaftliches Umfeld schaffen, sodass auch außerhalb der Arbeitszeit niemals einsame Monotonie aufkommt.

Jetzt möchte ich aber auf den Besuch meiner Freundin zu sprechen kommen, der immerhin 3 Monate meiner Zeit hier in Japan in Anspruch nahm. Es ist ein schier unglaubliches und noch schwieriger zu beschreibendes Gefühl, wenn man monatelang darauf wartet, seine Liebste wiederzusehen, um sie dann am Gate des internationalen Flughafens in Tokio in die Arme nehmen zu können. Man weiß in solchen Momenten wirklich nicht, ob man vor Glück weinen oder lachen soll. Es sind diese magischen Momente, die uns Menschen glücklich machen und alles um einen herum unwichtig erscheinen lassen. Immerhin haben wir zwei uns seit meiner Abreise aus Deutschland 7 lange Monate nicht mehr gesehen und ich kann bestätigen, dass alle Vorfreude sich gelohnt hat, da wir eine wunderschöne Zeit miteinander verbringen konnten. Für sie war es der erste Aufenthalt in Japan und so hatte ich mir natürlich vorgenommen, ihr so viele Vorzüge dieses Landes wie möglich zu präsentieren und ich bin mir sicher, dass sie nicht enttäuscht wurde, wie auch aus ihrem abschließenden Fazit herauszuhören war.

Die erste Woche verbrachten wir in der Hauptstadt, wobei wir vier Tage lang das Privileg genießen konnten, bei Verwandten von mir zu wohnen, was natürlich eine doppelt schöne Erfahrung war, da wir nicht nur einen typisch japanischen Haushalt zu Gesicht bekamen, sondern auch mit feinster japanischer Küche verwöhnt wurden. Innerhalb der 8 Tage in Tokio zeigte ich ihr so viele faszinierende Orte wie möglich, welche durchaus Wirkung zeigten, wobei speziell die Anzahl an Menschen sie zu Beginn schockte, kam sie doch gerade aus dem bevölkerungstechnisch gesehen beschaulichen Neuseeland. Natürlich durften auch ein Besuch im Disneyland Tokio, ein gemeinsames Abendessen mit meinen Großeltern und ein Treffen mit einem Mitfreiwilligen nicht fehlen, bevor es Richtung Kobe ging. Hier erst einmal angekommen, bekam meine Freundin endlich meine Unterkunft zu sehen, in welcher ich immerhin ein ganzes Jahr meines Lebens verbracht haben werde und welches sie schon so oft auf dem Monitor ihres Laptops während der unzähligen Skype-Telefonate  gesehen hatte. Die folgenden Tage besuchten wir die Städte Nara und Kyoto, wobei wir tatsächlich zur allerschönsten Jahreszeit Japans anwesend waren, nämlich der Sakura-Zeit. Es ist wunderschön, Tempel umsäumt von Kirschblüten sehen zu können und gerade in diesen zwei Städten, die jeweils über ganz eigene Noten verfügen, war es besonders bezaubernd, denn während sich in Nara zwischen den alten Sakura-Bäumen und Schreinen Rehe sonnen, ist Kyoto, seines Zeichens die alte Kaiserstadt, umkesselt von Bergen, sodass der Eindruck vermittelt wird, man befinde sich nach der Zugfahrt in einem von der Außenwelt abgegrenzten, eigenen riesigen Dorf, in dem teilweise die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Um die täglich gewonnen Impressionen so variabel wie möglich zu gestalten, flogen wir am nächsten Tag von Kobe aus über Okinawa auf Ishigaki, einer kleinen Insel im Pazifik. Nach tagelangen Besichtigungstouren in den verschiedensten Millionenmetropolen Japans hatte ich mir gedacht, dass ein Inselurlaub genau das Richtige ist, um mal von der lauten, schnellen Welt abzuschalten und ganz man selbst zu sein. War auch das Wetter nicht immer unbedingt das Beste, genossen wir die folgenden Tage in vollen Zügen. Traumstrände mit azurblauem Wasser, Vegetation, wie man sie sonst nur aus Katastrophenfilmen mit abgestürzten Flugzeugen auf einsame Inseln kennt, unvergleichliche Begegnungen mit gutmütigen Inselbewohnern und Essen, wie es typischer für ein Eiland nicht sein könnte, waren nur wenige Gründe, die bei uns schon von Beginn an ein Lächeln in unseren Gesichtern zeigen ließen. Interessant für mich war es, zu sehen, dass die dortigen Bewohner sich von „normalen“ Japanern, sprich denen der Hauptinsel, sowohl sprachlich als auch äußerlich und verhaltenstechnisch stark unterschieden. Trotzdessen weiß man immer, dass man sich weiterhin in Japan befindet, was jetzt bei euch komisch klingen könnte, da dies doch normal sein müsste, was jedoch für mich eine äußerst spannende Erfahrung darstellte.

Schließlich, nach einem traumhaften langen Wochenende, ging es schließlich zurück ins ebenfalls schöne, jedoch um Welten anders erscheinende Kobe. Für mich hieß es nun erst einmal, die folgende Woche zu arbeiten, während meine Freundin für einige Stunden ohne mich auskommen musste. Eine tolle Sache für sie und mich war, dass sie für fast einen ganzen Vormittag an die Deutsche Schule kommen und meine Arbeit sehen konnte. Nachmittags und abends war es einfach nur schön, gemeinsam etwas unternehmen zu können nach dieser langen Zeit, in der wir uns nicht gesehen hatten.

An unserem vorletzten gemeinsamen Tag machten wir Hanami. Hanami heißt übersetzt so viel wie „Blumenschauen“ und wird in der Praxis so umgesetzt, dass man sich mit Freunden oder seiner Freundin in einem schönen Park voller Kirschblüten trifft und in dieser wundervollen Atmosphäre ein gemeinsames Picknick hat oder zu späterer Stunde etwas trinkt, Musik hört und macht und einfach Spaß hat. Dies mag simpel klingen und ist es bei näherer Betrachtung auch, und doch war es mit das Schönste, was wir während unserer ganzen gemeinsamen Zeit erlebt hatten. Wir hatten uns einen schönen Platz am Shukugawa, einem kleinen Bächlein gesucht, und genossen bei 20 Grad die Kirschblüte und die gute Laune der Anderen, die sich sofort auch auf uns abgefärbt hatte. Für mich persönlich war es übrigens das erste Mal, dass ich während der Sakura-Zeit in Japan sein durfte und es wird mir wohl für immer in guter Erinnerung bleiben. Es ist ein Phänomen, dass die Kirschblüten nur für knapp 3 Wochen ihre rosa Blüten tragen und doch jeder Japaner sie liebt und verehrt wie keine andere Blüte, schließlich gäbe es Andere, die weitaus länger blühen und mindestens genauso schön sind. Die Sakura hat jedoch eine ganz eigene zauberhafte Wirkung, denn im Wind fallen die Blüten wie Schnee in die Bäche, an denen sie wachsen und gedeihen. Eine weitere zauberhafte Wirkung ist, dass, sobald diese Zeit des Blühens anfängt, jeder Japaner plötzlich glücklich und lächelnd durch die Straßen läuft und seines Lebens froh ist. Aneinandergereiht in Reih‘ und Glied und doch harmonisch und nicht gezwungen wirkend, mit einem Bächlein im Vordergrund, einem Tempel oder Schrein, versteckt hinter einigen Bäumen und doch zu erahnen und schließlich die hohen, fast bedrohlich herausragenden Bergen im Hintergrund, wird einem mit dem bloßen Auge schnell klar, woher japanische Maler und Künstler ihre Inspiration nahmen.

Anhand meiner Ausführungen merkt ihr sicherlich, dass ich sehr für die Sakura-Blüte schwärme und es war umso schöner, am Ende der gemeinsamen Zeit mit meiner Freundin ein noch so faszinierendes Erlebnis zu haben, was romantischer nicht hätte sein können. Schließlich hieß es am folgenden Tag, Abschied zu nehmen, wenn auch diesmal die Trauer nicht ganz so groß war, da wir uns diesmal befreiter fühlen konnten, jetzt da wir wussten, dass wir uns auch nach solch langer Abstinenz noch aufeinander verlassen können.

Alles in allem waren diese drei unvergesslichen Wochen mit die Schönsten in Japan, wenn auch die komplette restliche Zeit genauso atemberaubend und prägend im positiven Sinne waren. So wie ich versuche, euch durch diese monatlichen Berichte ein bisschen von dem zu geben, was ich hier täglich erleben darf, konnte ich es auch bei meiner Freundin machen, der ich nicht nur Tokio, Kyoto oder Ishigaki, sondern auch mein neues, wenn auch vorübergehendes Leben samt Arbeitsplatz, Wohnung und Freunden, zeigen konnte. Ich hoffe, dass ihr durch diese Berichte ein wenig von dem nachvollziehen könnt, was ich hier alles erlebe, denn es ist mein Wunsch, meine Erlebnisse und Erfahrungen mit euch zu teilen. In diesem Sinne möchte ich hoffen, dass es euch allen gut geht und dass ihr wenigstens durch meine Ausführungen zur Sakura-Blüte ein wenig Harmonie für ein paar Sekunden gespürt habt.

Euer Sebastian





6. Monatsbericht

3 03 2010

Vor einigen Tagen musste ich an jenen großen und schicksalsträchtigen Tag denken, als ich, mit einem 30 kg schweren Koffer sowie zwei weiteren Taschen bepackt, mit meinem Vater und meiner Freundin in unser Auto einstieg, um zum Flughafen zu fahren, wo ich eine lange Reise antreten sollte. Als ich mich schließlich von meinen Liebsten verabschiedet hatte, nach der Passkontrolle um die Ecke gegangen war und eben jene liebe Menschen nicht mehr sah, flossen die Tränen nur so aus mir heraus. Ich stellte mir Fragen über Fragen. Ob es die richtige Entscheidung war, ein ganzes Jahr lang fern von zu Hause zu leben. Ob ich es bereuen würde. Ob dies nicht ein viel zu undurchdachter und vorschneller Plan war. Was ich denn allein in der großen weiten Welt überhaupt tun und wie ich mich zurechtfinden sollte.

An jenen Tag kann ich mich noch erinnern, als wäre er gestern gewesen. Nun, ein halbes Jahr später, kann ich trotz des noch nicht eingetretenen Endes meines freiwilligen sozialen Jahres all diese Fragen beantworten! Dass alle Antworten positiv ausfallen würden und die Zweifel im Vorhinein nicht gerechtfertigt blieben, brauche ich wohl an dieser Stelle nicht explizit zu erwähnen.

Wenn man erst einmal angefangen hat, sich Gedanken über solche Fragen und die Vergangenheit zu stellen, so bleiben natürlich auch Fragen nicht aus, die sich mit dem bislang Erlebten und Gelernten auseinandersetzen. Sollte es einen  Nachfolger für mich an der Deutschen Schule Kobe geben, so kann ich ihm als erstes, ohne lange zu überlegen, sagen, dass man die meiste Zeit hier für seine Arbeit lebt. Man befindet sich zwar in einem fernen Land am anderen Ende der Welt, jedoch fällt einem das zu mancher Stunde nicht weiter auf, da man einen geregelten Tagesablauf besitzt, jeden Tag um die selbe Uhrzeit erwacht, zur gleichen Zeit nach Hause kommt und während der Zwischenzeit so viel mit Arbeiten beschäftigt ist, dass man gar nicht die Zeit hat, darüber nachzudenken, wo man sich gerade befindet. Dies erweckt jetzt eventuell den Eindruck, dass ich von meiner Arbeit genervt bin und sie zu hart finde, doch dies möchte ich sofort revidieren. Vielmehr ist es so, dass ich meine Arbeit mehr als schätze und sie mit viel Spaß und Engagement leiste, wenn ich auch ehrlich zugebe, dass das morgendliche Aufstehen und die Erschöpfung nach der Arbeit nicht unbedingt vorhanden sein müssten. Doch um darauf zurückzukommen, was ich einem möglichen Nachfolger sagen würde: Der Hauptzweck eines FSJ im Ausland besteht weiterhin in der zu verrichtenden Arbeit. Dass man währenddessen langsam, aber sicher eine neue Sprache lernen und eine völlig fremde Kultur kennenlernen kann, ist ein positiver Nebeneffekt, bleibt aber sekundär, selbst, wenn man sich vorher andere Prioritäten gesetzt haben sollte.

An dieser Stelle möchte ich über drei prägende Momente sprechen, die ich in jüngster Vergangenheit durchlebt habe. Der Erste passierte mir während meiner täglichen Busfahrt. Ich saß wie immer ganz vorne im Schulbus, hatte bereits alle Kinder verabschiedet und war auf dem Weg nach Hause. Nach einiger Zeit fiel mir auf, dass wir uns zur Sonne hin bewegten und während wir auf sie zufuhren, machte sich ganz langsam eine große Quellwolke vor die Sonne breit wie ein düsterer Schleier. Was ich im nächsten Moment sah, ließ mich mehr als staunen: Schlagartig war die Sonne, eben noch gelblich orange, rot wie ein großer Feuerball. Die Wolke hatte unserer Sonne durch ihr Hervortreten einen komplett neuen Charakter gegeben, denn aus der freundlichen Lichtquelle war ein bedrohlicher Feuerball mit weißem Hintergrund geworden. Was ich nun vor mir hatte, war die japanische Flagge!

Das zweite Erlebnis machte ich vor etwa zwei Wochen. Ich hatte mich mit einem weiteren Mitfreiwilligen, einem deutschen Studenten und zwei Japanern, welche einige Zeit in Deutschland verbracht hatten, getroffen, um auf den Mount Rokko, dem höchsten Berg der Region um Kobe, zu wandern. Nach 5 anstrengenden, jedoch beeindruckenden und schönen Stunden Wanderung gelangten wir nach Arima, einer Stadt, welche am Fuße des Rokko liegt und für seine heißen Quellen bekannt ist. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, eines der sogenannten Onsen zu besuchen. Onsen findet man in vielen Regionen Japans. Dabei handelt es sich um öffentliche Bäder, dessen Wasser natürlichen Ursprungs sind und heilende Kräfte haben sollen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welch schönes und entspannendes Gefühl es ist, nach einer anstrengenden und erschöpfenden Reise in ein knapp 40 Grad heißes Bad zu steigen und all seine Sorgen zu vergessen! Zusätzlich mit der Tatsache, dass sich das Becken im Außenbereich befindet und um einen herum die Kälte vorherrscht. Nun saßen wir also zu fünft in diesem herrlichen Becken und sprachen Deutsch miteinander, da auch die beiden Japaner durch ihre Zeit in Deutschland beste Kenntnisse der Sprache besaßen. Nach ein paar Minuten kam schließlich ein älterer japanischer Herr um die 65 in das Außenbecken, um sich ebenfalls eine Entspannung zu genehmigen. Wir ließen uns nicht weiter davon stören und führten unsere Gespräche weiterhin ganz normal fort. 10 Minuten waren schließlich vergangen, als sich eine kurze Gesprächspause ergeben hatte, welche der alte japanische Herr nutzte, um mir tief in die Augen zu sehen und zu fragen, woher ich komme. Auf Deutsch wohlgemerkt! Er hatte also still und leise sein Bad genossen, die Augen zur Entspannung geschlossen und unser Gespräch mit verfolgt, denn es stellte sich heraus, dass er 7 Jahre lang in Hamburg gelebt hatte. Die Moral von der Geschicht‘: Man muss überall aufpassen, was man sagt, denn jemand könnte dich immer verstehen und wenn er noch so unscheinbar aussieht, geschweige denn sich so verhält!

Mein letztes prägendes Erlebnis hatte ich während einer Fahrt im Zug. Ich befand mich auf dem Weg nach Osaka und saß im vordersten Wagen des Schnellzuges. Eine Station vor Osaka stieg ein Mädchen im meinem Alter ein und setzte sich auf den Platz genau gegenüber von mir. Sie musterte mich daraufhin, versuchte das Ganze unauffällig zu tun, doch natürlich bemerkte ich es. Allerdings machte ich mir keine großen Gedanken, denn als Ausländer wird man hier schon mal gerne länger angeschaut. Schließlich, in Osaka angekommen, stieg auch sie aus, da es sich um die Endhaltestelle handelte. Wir waren beide gleichzeitig aufgestanden und befanden uns auf derselben Höhe im Waggon. Plötzlich drehte sie sich zu mir um und sprach mich auf Englisch an, ob ich Englisch spreche. Etwas erschrocken bejahte ich die Frage, woraufhin jedoch der eigentliche Schock erst folgte, denn sie fragte mich doch tatsächlich, ob mein Name Sebastian sei! Ein Namensschildchen hatte ich nicht an meine Jacke gemacht, daher fragte ich mich ernsthaft, woher sie das wusste. Doch sie schien anscheinend ihre Hausaufgaben gemacht zu haben und fragte mich nun, ob ich aus Deutschland und aus der Nähe von Frankfurt käme! Letztendlich stellte sich heraus, dass es sich bei ihr um eine ehemalige Klassenkameradin an der japanischen Schule, welche ich früher samstags besuchte, handelte! Da dies jedoch fast 5 Jahre her ist, konnte ich mich einfach nicht mehr an ihr Äußeres erinnern. Letztendlich überwiegte natürlich nicht der Schock, sondern die Faszination des Zufalls, denn sich zur selben Zeit, im selben Zug, im selben Abteil, gegenüberzusitzen in einem (fast) fremden Land in der gleichen Stadt, das ist der pure Wahnsinn! Seither besitzt für mich der Spruch, dass man sich im Leben immer zwei Mal begegnet, eine ganz neue Bedeutung!

Ihr seht, dass ich in diesem Monat ganz spezielle prägende Momente erleben durfte, welche ich alle drei in Deutschland nicht hätte haben können. Sicherlich ist das dritte und letzte Beispiel vielen vorenthalten, doch speziell die zwei anderen Erinnerungen stärkten in mir die Faszination, welche ich diesem Land entgegenbringe. Japan ist so anders im Vergleich zu Deutschland. Es lässt sich sicherlich streiten, ob es besser oder schlechter ist, doch eines ist sicher: Wer es nicht erlebt hat, kann Bücher darüber lesen, so viele er möchte; er wird es niemals nachvollziehen können, ohne das Land bereist zu haben! Und liegt Japan für viele noch so weit weg (nicht nur räumlich), ich wünsche jedem einen längeren Aufenthalt hier!

Mit dieser Empfehlung möchte ich meinen Monatsbericht abschließen, der diesmal etwas weniger Fakten enthielt, als vielmehr Gedanken und Ausschweifungen. Ich hoffe, dass er euch dennoch gefallen kann! Viele Grüße und alles Gute aus dem Land der aufgehenden und roten Sonne





Schlittenfahren

17 02 2010

Am vergangenen Freitag, den 12. Februar, war es endlich so weit, dass es hieß, Schlittenfahren zu gehen! Schon lange im Vorfeld wurde dieser Höhepunkt sowohl bei den Kindern, als auch bei uns Lehrern erwartet und wir waren umso froher und erleichterter, als wir an diesem Morgen feststellen konnten, dass auch die passenden Witterungsbedingungen für den Ausflug gegeben waren, was lange auf der Kippe stand, da es die vorherigen Tage starke Regenfälle gegeben hatte.

Nach und nach trafen die Kinder also, „bewaffnet“ mit ihrer wärmsten Kleidung und teilweise mit Ski-Anzügen, im Kindergarten ein. Die Vorfreude war den Kindern geradezu in die Gesichter geschrieben, denn gerade im meist schneefreien Kobe hat man nicht häufig die Gelegenheit, zu einer solchen Mission aufzubrechen. Dazu möchte ich noch kurz anmerken, dass der Schlittenfahrts-Ausflug im vergangenen Jahr aufgrund der schlechten Witterung ausfallen musste und gerade die Älteren dadurch schon über ein Jahr auf diese Gelegenheit warten mussten. Als unseres Zeichens „Deutsche Schule“ steht Schlittenfahren für jeden Winter auf dem Programm, da man in Deutschland meist über deutlich mehr Schnee verfügt als im fernen Japan und eine solche Aktivität daher einfacher zu realisieren ist. Daher ist es natürlich umso ärgerlicher, wenn eine solch langfristig geplante Tour ausfallen muss. Doch zurück zu unserem Freitag, da es diesmal ja stattfinden konnte. Es ging also mit dem Schulbus auf den Mount Rokko, dem wohl höchsten Berg in der Region um Kobe. Die etwa 800 bis 1000 Meter Höhenunterschied bewältigt man mit einem fahrbaren Untersatz in etwa einer Dreiviertelstunde, was beachtlich ist, da man sich eben noch am sonnigen Meer inmitten einer künstlichen Insel befand, um sich kurze Zeit später in einer wunderschönen Schneelandschaft in luftigen Höhen zu finden. Ja, ihr habt richtig gelesen, Schnee! Was ich kaum für möglich gehalten hatte, nämlich, dass ich in diesem Auslandsjahr die Chance erhalten würde, ein Mal in echtem Schnee zu laufen, bewahrheitete sich tatsächlich, denn so sonnig es in Kobe selbst noch war, oben auf dem Berg fanden wir eine eisige und gleichzeitig faszinierende Schneelandschaft vor! Ich hatte schon verdrängt, wie es sich anfühlt, im Schnee herumzuschlendern und ich muss gestehen, dass ich es vermisst habe, denn trotzdessen, dass ich kein Fan der Kälte bin, liebe ich Schnee! Ihr werdet euch jetzt sicherlich denken, dass ich angesichts dieser Tatsache nicht nach Japan hätte gehen sollen, da es in Deutschland und ganz Europa anscheinend den Winter des Jahrtausends zu bestaunen gibt. Wie auch immer! Den Kindern, um wieder auf unseren Ausflug zu kommen, genossen das Schneetreiben sichtlich, wenn auch einige fragende oder gar ängstliche oder zumindest ratlose Gesichter zu sehen waren, da noch nicht alle in ihrem Leben mit Schnee in Berührung gekommen waren.

Nach einer kleinen Stärkung in der Wärme eines Kerosinofens fing das Abenteuer schließlich an! Der Hang, der von uns für die Kinder auserkoren wurde, musste trotz des Schneefalles zusätzlich mit einer Schneemaschine versorgt werden, um optimale Verhältnisse für die kleinen Wintersportler zu erreichen. Binnen kürzester Zeit kristallisierten sich sowohl technisch begabte, als auch sich den hohen Geschwindigkeiten ausliefernde Kinder heraus und es war trotz unseres wachsamen Auges, welches wir natürlich bei einer solchen Aktion, welche mit Gefahren verbunden sein kann, haben müssen, sehr lustig zu sehen, wie viel Spaß und Begeisterung die Kinder entwickelten! Natürlich durfte es auch nicht fehlen, dass wir Lehrer uns auf den Schlitten setzten, um den meiner Meinung nach etwas zu kleinen Hang hinunterzubrausen!

Dass das Schlittenfahren bei den Kindern nicht nur für Spaß und Spannung, sondern auch für Anstrengung und Müdigkeit gesorgt hatte, zeigte sich letzten Endes bei unserer Rückfahrt, bei welcher mehr als die Hälfte in einen zum Teil tiefen Schlaf fielen. Und wieder machte sich die Begeisterung für das Phänomen bei mir breit, dass man innerhalb kürzester Zeit die kontroversesten Wetterunterschiede bestaunen kann. Eben noch im tiefsten Winter, suchte man am Meer doch vergeblich nach typischen Anzeichen dieser kalten Jahreszeit. Alles in allem kann ich nach diesem Ausflug sagen, dass die Kinder voll auf ihre Kosten gekommen sind und dass auch wir Lehrer Spaß hatten! Außerdem kann ich letztendlich stolz darauf sein, in diesem Jahr doch noch mit echtem Schnee konfrontiert worden zu sein!





Meine letzte Woche

11 02 2010

Ich bin der Meinung, dass es mal wieder Zeit ist, euch ein wenig an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen, speziell auch deswegen, weil viel passiert ist in der vergangenen Woche!

Anfangen möchte ich mit Mittwoch, den 3. Februar. An diesem Tag findet in Japan Jahr für Jahr ein Fest mit dem Namen Setsubun statt. Obwohl wir eine deutsche Schule sind, dachten wir uns, speziell im Kindergarten, dass wir dieses Fest, wie jeder andere japanische Kindergarten auch, feiern, da es besonders bei Kindern einen hohen Stellenwert genießt. Außerdem habe ich erfahren, dass es Tradition an der Schule ist, es jährlich zu feiern. Setsubun ist, um mit dem Hintergrund fortzufahren, ein Feiertag, an dem man versucht, im noch verhältnismäßig frischen neuen Jahr das Böse aus dem Haus zu vertreiben und sich gleichzeitig das Gute und Glück ins Haus zu holen. Es soll damit der Frühlingsbeginn eingeläutet werden, da man gleichzeitig versucht, die Kälte zu vertreiben, um die Wärme anzulocken. Das Ganze wird mit einem ganz bestimmten Ritual symbolisiert: Ein „Oni“, ein japanische Dämon, erscheint plötzlich und man ruft laut: „Oni wa soto!“. Das bedeutet wörtlich übersetzt: „Nach draußen Dämon!“ und verdeutlicht einmal mehr, dass das Böse verbannt werden soll. Währenddessen schmeißt man geröstete Sojabohnen in Richtung des Teufels. Am Ende sagt man „Fuku wa utchi!“, was so viel bedeutet wie: „Glück herein!“.

In unserem Falle hatte sich unser Hausmeister – wie jedes Jahr – dazu bereit erklärt, die Rolle des Oni einzunehmen, welche unsere Kinder daraufhin mit den Bohnen versuchten, abzuwerfen. Am Ende des Rituals ist es außerdem Brauch, einige der gerösteten Bohnen zu verspeisen. Eigens für den Tag hatten die Kinder im Vorfeld Oni-Masken selbst gebastelt, welche sie während der gesamten Prozedur über ihre Gesichter gezogen hatten. Für mich war es eine sehr schöne Erfahrung, einen japanischen Feiertag (übrigens nicht gesetzlich) mit all seinen Traditionen so hautnah miterleben zu können und ich werde ihn stets in guter Erinnerung behalten!

Fortfahren möchte ich mit Donnerstag, denn an diesem Tag stand ein Besuch der gesamten Schule einschließlich des Kindergartens nach Kidzania auf dem Programm. Ich hatte mich im Vorfeld nicht weiter über Kidzania informiert, sondern mir lediglich sagen lassen, dass es sich um eine neue Form eines Vergnügungsparks für Kinder handle. Was uns letztendlich erwartete, hat mich schon sehr beeindruckt und begeistert, denn bei Kidzania handelte es sich um eine in einer riesigen, eigens dafür entworfenen Halle befindlichen kleinen Stadt für Kinder. Dies muss man sich so vorstellen, dass es innen ganz normale Straßen und Häuser gibt sowie Geschäfte und alle Formen von Dienstleistungen. All dies hat den großen Zweck, dass Kinder jeder Altersstufe die Chance erhalten, sich für ein paar Stunden wie ein Erwachsener zu fühlen, zu arbeiten, Geld zu verdienen und auszugeben, um ein regelrechtes Businessleben führen zu können. Sponsoren aller Branchen haben es geschafft, eine Mini-Stadt zu kreieren, in der die Kinder fast jeden erdenklichen Beruf ausprobieren können. Das Geld, welches sie dort teilweise verdienen können, können sie sofort in den nächsten Geschäften für Artikel ihrer Wahl ausgeben oder es aber ansparen für einen eventuellen nächsten Besuch in Kidzania.

Die Sponsoren zeichneten sich dadurch aus, dass es sich meist um große japanische Firmen, in jedem Falle aber um einen namhaften und führenden Konzern der Branche handelte: Man war Pilot einer ANA-Maschine, Fahrer eines Mitsubishi, technischer Verkäufer bei Sony oder Fotoverarbeiter bei Canon. Der Auswahl waren fast keine Grenzen gesetzt und alle zur Verfügung stehenden Geräte und Werbeartikel waren originalgetreu übernommen. Man konnte Feuerwehrmann, Polizist, Krankenschwester, Sushi-Koch, Bäcker, Schauspieler, Postzusteller, Autotuner oder Eisverkäufer sein und die Liste ließe sich noch fortführen.

Ich muss gestehen, dass ich von dem Konzept mehr als begeistert war, denn die Kinder lernen auf diese Weise spielerisch, wie man Geld verdienen kann, was zum Beruf alles dazugehört und worauf es in jeder Branche zu achten gilt. Letzten Endes war ich nicht der Einzige des Kollegiums, welcher sich ein ähnliches Konzept auch selbst zu Kindeszeiten gewünscht hätte!

Vergangenen Freitag schließlich wurde ich das erste Mal in meiner Zeit in Japan krank. Ich steckte mich mit einem Magen/Darm-Virus an und musste 4 Tage lang im Bett auskurieren, ehe ich wieder bei der Arbeit erscheinen konnte. Der Infekt hatte mich richtig getroffen, denn speziell am Wochenende ging es mir wirklich sehr schlecht und ich litt unter Bauch- und Kopfschmerzen sowie unter Fieber. Ich verlor viel Flüssigkeit und war sehr froh darüber, dass es mir verhältnismäßig schnell wieder gut ging. Mittlerweile ist alles vergessen und ich hoffe, dass es das letzte Mal während meines Freiwilligen Sozialen Jahres war, dass ich krank wurde!

Verbunden mit der Krankheit war leider, dass ich am Montag und am Dienstag nicht zur Arbeit erscheinen konnte, was ich vor allem bedauerte, da am Dienstag Karneval in der Schule gefeiert wurde. Lehrer und Kinder hatten sich dazu kostümiert und ich muss gestehen, dass ich gerne dabei gewesen wäre! Anschließend wurden an diesem Tag Drachen steigen lassen, welche die Kinder im Vorfeld selbst gebastelt hatten. Auch dies hätte ich zu gerne miterlebt, doch leider war es nicht möglich.

Das nächste Highlight steht jedoch bereits morgen an, denn wir werden mit dem Kindergarten Schlittenfahren gehen! Dazu werde ich in den kommenden Tagen einen eigenen Bericht folgen lassen, auf den ihr euch jetzt schon freuen könnt!

Ihr merkt mal wieder, dass das Leben hier nie still steht und braucht keine Angst zu haben, dass bei mir zu irgendeinem Zeitpunkt mal Langeweile aufkommen sollte! Alles Gute, vor allem gesundheitlich, wünscht euch euer Sebastian





5. Monatsbericht

24 01 2010

Liebe Freunde, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Interessenten und Leser!

Es ist mal wieder Zeit für einen neuen Monatsbericht! Dazu muss ich jedoch vorab schon einmal ankündigen, dass ich in diesem Monatsbericht nicht nur auf meine eigentliche Arbeit an der Deutschen Schule Kobe, sondern auch auf einige Reisen zu sprechen kommen werde. Bedingt durch die Weihnachtsferien hatte ich ein paar freie Tage, welche ich nutzte, um mehr von diesem einzigartigen Land zu sehen, denn ich denke, dass ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland nicht nur daraus bestehen sollte, die gesamte Aufenthaltszeit über zu arbeiten, sondern auch möglichst viele Seiten und Facetten dieses fremden Landes sehen zu können. Nichts eignet sich dazu besser als die Besichtigung verschiedenster Städte und Landabschnitte!

Zunächst möchte ich jedoch chronologisch beginnen und gehe dazu zurück zum 22. Dezember. Wie einige von euch vielleicht wissen, handelte es sich bei diesem Tag um meinen Geburtstag. Ich muss gestehen, dass es ein äußerst eigenartiges Gefühl war, zu wissen, dass man Geburtstag hat, andererseits aber auch zu wissen, dass man nicht die Chance hat, mit seinen besten Freunden feiern zu gehen, mit seiner Freundin einen schönen Abend zu verbringen oder gar mit seinen Eltern ein herrliches Abendessen zu genießen. Stattdessen fühlt man sich in einer gewissen Weise einsam und allein gelassen, was aber bitte nicht als Vorwurf zu verstehen ist. Natürlich habe ich mit ein paar Leuten, die ich hier kennen gelernt habe, ein wenig gefeiert und natürlich war es sehr schön, doch ihr könnt euch sicherlich gut vorstellen, dass es einfach kein Vergleich zu einem Geburtstagsfest zu Hause war.

Dies war die erste neue Erfahrung innerhalb einer Woche. Die Zweite folgte nur zwei Tage später, nämlich beim Weihnachtsfest. Genauso „gewöhnungsbedürftig“ wie die Tatsache, seinen Geburtstag nicht mit Freundin, Eltern und Freunden zu verbringen, war für mich das Weihnachtsfest 2009, denn auch dieses erlebte ich in einer ganz anderen Weise, als ich es kannte und schätzte. Zwar hatte ich das Glück, den Feiertag im Kreise der Familie, sprich bei meinen Großeltern, verbringen zu können, doch trauerte ich etwas dem jährichen gewohnten Ablauf hinterher, wie ich ihn zu lieben gelernt habe. Dabei ging ich jedes Jahr mit meinem Vater in die Christmette um 17 Uhr in unserer Gemeinde Herz-Jesu Sonnenberg. Daraufhin beglückwünschte man sich einander, warf einen Blick auf die Krippe, welche im vorderen Bereich der Kirche aufgestellt worden war, um danach nach Hause zu fahren, wo ein perfekt und wunderschön geschmückter Weihnachtsbaum auf uns wartete im gedimmten Licht des Wohnzimmers. Einige Zeit später gab es einen Haspel (Eisbein) mit Sauerkraut, das Leibgericht meines Vaters. Zum Schluß folgte die Bescherung sowie das Öffnen von Weihnachtspost und einem anschließenden Anstoßen mit Sekt.

Diesen von mir verinnerlichten Ablauf vermisste ich schmerzlich, während ich mit meinen Großeltern am gedeckten Tische in ihrem kleinen Haus in Tokio saß, doch ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie alles dafür taten, um den Abend so schön wie möglich zu gestalten. Und in der Tat, wir verbrachten zu dritt einen wirklich schönen Abend mit Hähnchenschenkeln, Sekt aus Rüdesheim und einer Weihnachtstorte! Anschließend telefonierte ich mit meinen Eltern im fernen Wiesbaden.

Die folgenden Tage verbrachte ich weiterhin bei meinen Großeltern in Tokio und traf mich an zwei Tagen mit weiteren Freiwilligen, welche ebenfalls in Japan sind. Am 29. Dezember schließlich besuchte mich ein guter Freund aus Schulzeiten, worüber ich mich sehr freute. Die folgenden 10 Tage versuchte ich ihm so viel wie möglich von diesem Land zu zeigen, in das man nicht unbedingt alle Tage kommt. Dabei fiel mir insbesondere zu Beginn auf, wie gut ich mich bereits in Tokio, dieser faszinierenden Millionenmetropole, auskenne. Doch auch die Besichtigung einiger historischer Stätten, vor allem in der Kansai-Region um Nara und Kyoto, offenbarten mir persönlich neue, wunderschöne Seiten, die ich noch nicht kannte und worüber ich im Nachhinein sehr froh war, sie gesehen zu haben. Insgesamt besuchten wir die Städte Tokio, Nara, Kyoto, Kobe und Osaka. Natürlich besichtigten wir dabei viele der Touristenorte, die man in jedem Reiseführer findet, jedoch bemühte ich mich, mit ihm auch zu Orten zu gehen, an denen man nicht unbedingt nur Touristen antrifft. Mein Besucher war sehr begeistert von vielen, zum Teil kleinen Details im Alltag, welche auch einem Land wie Deutschland gut zu Gesicht stehen würden. Insgesamt war er am Ende so fasziniert, dass er beschloß, sein Auslandssemester nach Japan verlegen zu wollen. Ich werde natürlich mitverfolgen, ob er seinen Plan realisiert!

Für den Silvesterabend haben wir sehr lange überlegt, was wir machen könnten. Wir hatten beide Lust, in einen tokioter Club zu gehen, was wir letzten Endes wahrmachten und uns gegen ein traditionelles japanisches Silvester entschieden. Für Japaner ist die Neujahreswende ein Fest mit der Familie, an dem man gut und lange speist und anschließend einen Tempel aufsucht, um für das neue Jahr zu beten. Wir zwei indes fanden uns um Punkt 12 Uhr in Shibuya auf der berühmten großen Kreuzung wieder, umringt von tausenden von Menschen. Polizisten überwachten das Meer von Menschen und sorgten für Ordnung. Die Menge bestand nicht nur aus vielen Japanerinnen und Japanern in unserer Generation, sondern auch aus vielen Ausländern. Wir sprachen viele Menschen an, wünschten ihnen ein gutes neues Jahr und lernten so einige Leute kennen. Schließlich trafen wir einen Deutschen, welcher uns daraufhin in den Club begleitete. Es handelte sich dabei um einen Mannheimer Studenten, welcher zu der Zeit sein Auslandssemester in Tokio verbrachte. Das Lustige an der Sache war, dass wir im Laufe des Abends herausfanden, dass wir einen gemeinsamen Bekannten hatten, was mal wieder bewies, wie klein die Welt doch ist!

Insgesamt hatte ich also wunderbare Ferien, sowohl mit als auch ohne meinen Besuch. Ich lernte neue Menschen kennen, besuchte faszinierende Orte und genoss meine Zeit. Gleichzeitig merkte ich jedoch, verstärkt am Ende der Weihnachtsferien, dass mir die Kinder aus dem Kindergarten fehlten und war schon voller Vorfreude, sie alle wiederzusehen. Als es schließlich so weit war, war es wirklich wunderschön, die Kleinen gesund und munter begrüßen zu können. Viele von ihnen hatten einen ganz schönen Sprung in die Höhe gemacht und es ist immer wieder faszinierend, wie schnell sich Kinder weiterentwickeln können.

In der Zeit vom Ferienende bis jetzt versuchten wir langsam, wieder in unseren Rhythmus zu kommen und vor allem die Kinder wieder an die ferienfreie Zeit zu gewöhnen. Viele von ihnen waren während der Ferien in die Heimatländer ihrer Eltern geflogen, waren daher andere Uhrzeit und Sprache gewohnt. Langsam, aber sicher stellte sich jedoch wieder die Routine ein und ich kann immer wieder nur betonen, dass es für mich persönlich ein sehr schönes Gefühl ist, einen geregelten Tagesablauf zu haben.

Vergangene Woche folgte dann eine weitere neue Erfahrung für mich, welche ich in der Form nicht unbedingt in Deutschland hätte machen können, denn am Montag stand eine Erdbeben-Übung auf dem Programm. Da gerade Kobe in einer seismologisch sehr gefährdeten Region liegt und vor allem durch das Jahrhundert-Erdbeben 1995 geprägt ist, müssen die Kinder natürlich von klein auf lernen, wie sie sich im Ernstfall zu verhalten haben. Um die Möglichkeit, dass einem etwas Schweres und Großes auf den Kopf fällt,  zu vermeiden, ist daher die erste Anweisung, unter die Tische zu gehen, um dort Schutz zu suchen. Gleichzeitig müssen wir Lehrer dafür sorgen, dass alle vorhandenen Türen geöffnet werden. Anschließend muss die ganze Klasse langsam bis 60 zählen. Erst nach dieser Zeit kann man sich sicher sein, dass das Beben aufgehört hat. Zum Schluss versammelt sich die ganze Schule auf dem Schulhof.

Ein weiteres Highlight der Woche war der Besuch des Kindergartens in der RIC Library. Dort lernten die Kinder, wie sie mit Büchern umzugehen haben, worauf sie in einer Bücherei achten müssen und wie sie beispielsweise ein Buch ausleihen können. Schließlich hatten sie die Möglichkeit, die zum Teil englischen, zum Teil japanischen Bücher zu lesen oder sie sich von uns vorlesen zu lassen. Ich denke, dass die Kinder dort sehr großen Spaß hatten und es eine tolle Erfahrung für sie war!

Ihr seht also, dass hier in Kobe immer etwas los ist. Mir persönlich geht es sehr gut, auch gesundheitlich kann ich mich nicht beklagen. Die Temperaturen sind sehr angenehm und man hat das Gefühl, dass es schon rasant auf den Frühling zugeht. Dies ist vor allem für mich etwas sehr schönes, da mich im März meine Freundin besuchen kommt, worauf ich mich natürlich schon sehr freue. Bis es jedoch so weit ist, genieße ich weiterhin die Arbeit mit den Kindern an der Deutschen Schule Kobe. Um euch ein wenig meine Ausflugsorte zu zeigen, habe ich im unteren Bericht einige Fotos veröffentlicht. Viel Spaß beim Ansehen und Genießen!

Euch wünsche ich alles Gute, Gesundheit und natürlich nur das Beste! Viele liebe Grüße

Euer Sebastian





Meine Ausflugsziele während der Weihnachtsferien

24 01 2010
Rathaus Tokio

Rathaus Tokio

Sowohl im Nord- als auch im Südturm befindet sich eine Aussichtsplattform

Meiji Jingu Park in Harajuku

Shintoisten kommen zu diesem, Kaiser Meiji gewidmeten Tempel, um zu beten

Sake-Fässer

Harajuku

Kaiserpalast

Dieser ästhetische Ort befindet sich mitten in der Millionen-Metropole

Senso-ji, Tokios ältester Tempel in Asakusa, wurde im 7. Jahrhundert gegründet

Asakusa-Schrein

Der Koi-Karpfen, der in Japan heilig ist, schwimmt zumeist in Wasser, in das Geld geschmissen wurde

Das Gebäude der Asahi-Brauerei, Japans Bier Nr.1, soll einem Bierkrug mit aufgesetztem Schaum gleichen

Diese gigantische Treppe befindet sich an der Kyoto Station

Der äußerst moderne Bahnhof ist erst vor einigen Jahren fertiggestellt worden

Sanjusangendo - Im inneren des Gebäudes befinden sich 1001 unterschiedliche Bronzestatuen

Zu einem japanischen Garten gehört auch immer ein zentraler Teich, meist mit Koi-Karpfen

Kiyomizudera

Von hier aus hat man einen Blick über ganz Kyoto

Hier befindet sich der wohl schönste Garten Japans - Das Gebilde im Vordergrund besteht komplett aus Sand

Ginkaku-ji - Der silberne Pavillon

Kinkaku-ji - Der goldene Pavillon

Horyu-ji

Hier befinden sich die ältesten Gebäude der Welt aus Holz

Nara - Hier leben zahme Rehe gemeinsam mit den Menschen

Todai-ji in Nara

In dem Gebäude befindet sich ein 16 m hoher bronzener Buddha

Bronze-Laternen

Steinlaternen...

...so weit das Auge reicht

Der Fuji, fotografiert aus dem Shinkansen





1. Schultag 2010

11 01 2010

Nachdem am vergangenen Freitag, den 8. Januar 2010, die Winterferien der Deutschen Schule Kobe zu Ende gegangen waren, stand heute der erste Schultag im neuen Jahr an. Nennenswerte Neuerungen gab es derweil zwar keine zu vermelden, außer dass die Schule einige neue Schüler begrüßen durfte, doch war es für mich persönlich besonders schön, nach der arbeitsfreien Zeit endlich wieder alle Kinder sehen, mit ihnen sprechen und Zeit mit ihnen verbringen zu können.

So schön meine Ferien auch waren und so sehr ich die Zeit auch genossen und viele Dinge unternommen habe, umso mehr wurde mir heute klar, wie sehr ich die Kinder, speziell in meinem Arbeitsbereich, sprich dem europäischen Kindergarten, vermisst habe. Natürlich war es besonders schön, alle gesund und munter antreffen zu können, wenn auch manche noch etwas von einem Jetlag geplagt waren. Interessant war es unterdessen auch, dass viele der Kinder innerhalb der 3 Wochen ein ganzes Stück gewachsen sind.

Letztendlich freue ich mich also sehr auf die noch vor mir liegende Zeit und die Aufgaben, die auf mich zukommen werden! In diesem Sinne wünsche ich euch allen nur das Beste im neuen Jahr!





Frohes neues Jahr

31 12 2009

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde!

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2010. Feiert schön und genießt die letzten Stunden des alten Jahres. Im neuen Jahr wünsche ich euch allen viel Glück, alles Gute und vor allem Gesundheit! Ich danke euch, dass ihr immer fleißig meinen Blog gelesen habt und mir auch mal einen Kommentar verfasst habt! An meine Unterstützerinnen und Unterstützer möchte ich meinen größten Dank aussprechen, denn ohne sie wäre ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland, wie ich es zur Zeit erleben und genießen darf, nicht möglich! Für euch alle nur das Beste!

Euer Sebastian





4. Monatsbericht

23 12 2009

Liebe Freunde, liebe Leser, sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer!

4 Monate. 120 Tage. Ein Wort: Wahnsinn! In jedem Monatsbericht schreibe ich folgenden Satz: „Die Zeit vergeht wie im Flug“. Und wieder kann ich sagen: Die Zeit hier in Japan vergeht wirklich wie im Flug! Ich habe schon das Gefühl, dass euch dieser Satz ermüden lässt; dass ihr schon zu Beginn eurer Lektüre keine Lust mehr habt, den restlichen Bericht zu lesen, wenn er schon so beginnt, wie die Letzten geendet haben. Ich sollte mich dafür bei euch entschuldigen, doch ich verteidige mich damit, dass ich nur die Wahrheit sage. Wie kann es sein, dass die Tage an einem vorbeiziehen; dass man so viel erlebt und doch eigentlich nicht realisieren kann, dass schon wieder ein Monat vergangen ist; man es irgendwie auch nicht wahr haben will?

An einer Sache merkt man, dass die Zeit unaufhaltsam voranschreitet: An den Jahreszeiten! Es ist kalt geworden! Zweifelsohne ist es momentan in Deutschland um einiges kälter und man hört von Schneefall, wie es ihn seit Jahren schon nicht mehr gegeben hat. Man hört von -18 Grad. Selbst für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich und für Japanische schier undenkbar, es sei denn, man besteigt den Fuji oder traut sich nach Hokkaido in den hohen Norden. Hier in Kobe haben wir geradezu milde 10 Grad im Durchschnitt. Freilich, in der Nacht kühlt es ab auf bis zu 2 Grad etwa, und doch scheine ich geradezu verwöhnt zu sein mit Wärme, wenn ich mir den deutschen Wetterbericht ansehe. Was viele von euch nicht wissen werden, ist, dass es in japanischen Häusern keine Zentralheizung gibt. Ja, ihr lest richtig, ein Durchschnittsjapaner, der sein Land noch nie verlassen hat, hat in seinem Leben noch nie einen echten Heizkörper gesehen. Hinzu kommen die papierdünnen Fenster, die mit Isolation etwa so viel zu tun haben wie ein Vegetarier mit Fleisch. Komischer Vergleich, entschuldigt bitte! Ich denke aber, dass es deutlich wird, wie kalt es in einem japanischen Holzhaus, wie ich in einem lebe, werden kann. Na gut, man hat diese aufstellbaren Gasheizungen, die einen einzelnen Raum mollig warm machen können, doch kaum verlässt man mal seine vier Wände, um sich in der Küche etwas zu trinken zu holen oder aber sich eine Dusche zu genehmigen, ist es schier eiskalt im Haus mit minimaler Differenz zu draußen. Unvorstellbar für euch denke ich. Hier ist es Gewissheit.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Kälte im Haus und findet sich mit ihr ab, was soll man auch anderes tun, als höchstens der Zentralheizung in Deutschland nachzutrauern, welche dafür gesorgt hat, dass man sich nach dem Stadtbummel darauf gefreut hat, in sein trautes warmes Heim zurückzukehren. Hier kommt man nach Hause und friert auch innen, bis man die Gasheizung anmacht. Dabei habe ich eigentlich nicht das Recht, hier herumzujammern wegen ein bisschen Kälte. Wenn ich die Monatsberichte meiner Mitfreiwilligen weltweit lese, dann lebe ich hier doch teilweise wie im Paradies. Ein Freiwilliger etwa hat in einem afrikanischen Land fast sein komplettes Hab und Gut bei einem Einbruch in seine vier Wände verloren und konnte sich dafür bedanken, dass er nur mit einem materiellen Schaden davongekommen ist. Selbiger Freiwilliger ist des Weiteren bereits zwei Male an der Tropenkrankheit Malaria erkrankt, ein Albtraum für einen jeden Menschen seinen Schilderungen nach. Eine andere Freiwillige musste in einem weiteren afrikanischen Land einen Monat lang auf Strom verzichten. Einen Monat lang! Auch Wasser hat sie nicht alle Tage, für einen verwöhnten Europäer schier unglaublich. Und dann liest man solche Sachen und meckert wegen ein bisschen Kälte herum, ich sollte mich schämen. Gerade in einem Land wie Japan mit beheizten Toilettenschüsseln und Elektroautos ist man stets umgeben von Luxus und Reichtum, was man von einem afrikanischen Land nicht annähernd sagen kann.

Voller Respekt und Ehrfurcht vor meinen Mitfreiwilligen in Afrika möchte ich nun also aufhören, mich zu beklagen und euch stattdessen vom letzten großen Event des Schuljahres berichten: Der Weihnachtsparty. Alle Schülerinnen und Schüler der Schule trafen sich also wie an einem jeden Morgen in der Schule. Doch anders als ein normaler Schultag waren auch sämtliche Eltern in der Schule anwesend, um mit ihren Kindern und dem Kollegium gemeinsam die Christmas Party zu feiern. Alle Anwesenden fanden sich also in der Aula ein, wo die Schulleiterin zu Beginn eine Rede hielt. Anschließend führten alle Klassenstufen einschließlich des Kindergartens ihre wochenlang im Voraus geübte und einstudierte Performance auf. Zu sehen und zu hören waren Weihnachtslieder auf Deutsch, Englisch und Japanisch, Gedichte, Schauspiele und Tänze, von denen selbst manche Kollegen nicht eingeweiht waren und die umso mehr Anklang fanden. Nachdem jede Klassenstufe ihren Auftritt hatte, konnte die Deutsche Schule Kobe den Weihnachtsmann höchstpersönlich begrüßen, welcher zuvor schon sämtlichen Schulen auf der ganzen Welt einen Besuch abgestattet hatte und auch für unsere Kinder ein Geschenk hatte, vorausgesetzt, dass sie auch artig waren. Zum Schluss gab es ein festliches, riesiges Büffet, welches die Eltern mit ihren Köstlichkeiten hergezaubert hatten. Anschließend wurde der Ferienbeginn eingeläutet und Schüler wie Lehrer und Eltern verabschiedeten sich in ihren wohlverdienten Urlaub.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich sehr zufrieden bin mit meinen ersten vier Monaten an der Deutschen Schule Kobe. Meine Arbeit macht mir viel Spaß, ich komme mit allen Kollegen, Eltern und vor allem Kindern sehr gut zurecht und bin alles in allem sehr glücklich, mich so gut hab integrieren können. Es ist das erste Mal für mich, dass ich wirklich mit beiden Beinen im Berufsleben stehe und ich muss sagen, dass es viel Spaß macht, auch wenn es Momente gibt, an denen man froh ist, dass bald Ferien anstehen, was ich gerne zugebe. Insgesamt hätte mein Freiwilliges Soziales Jahr jedoch nicht besser laufen können bislang und ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Nun verabschiede ich mich also in meine wohlverdienten Ferien, wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, alles Gute, Glück und Gesundheit im neuen Jahr und sage: Die Zeit hier vergeht wie im Flug! Auf die nächsten 120 Tage!





3. Monatsbericht

6 12 2009

Liebe Freunde, liebe Leserinnen und Leser, Unterstützerinnen und Unterstützer!

Es ist Dezember geworden. Sang- und klanglos sind die Herbstmonate vorbeigezogen und haben dem Winter Platz gemacht. Ich kann mir genau vorstellen, was in Wiesbaden momentan vor sich geht. Langsam aber sicher wird es kalt, überall riecht es nach Weihnachten, die Besucher des Sternschnuppenmarktes werden mehr und mehr und die Menschen fangen an, Lichterketten in ihren Häusern und in den Gärten aufzuhängen. Das Bangen, ob man ein weißes Weihnachten haben wird oder nicht fängt an. Die Adventszeit ist eingeläutet und die Menschen fangen an, sich Gedanken über die Geschenke an ihre Liebsten zu machen.

Es ist eigenartig, wenn man jedes Jahr seines Lebens diese schöne Adventszeit und Weihnachten immer am selben Ort gefeiert hat und nun zu wissen, dass es dieses Jahr ganz anders sein wird. Und zugegebenermaßen: Advents- oder gar Weihnachtsstimmung will bei mir so recht auch gar keine ausbrechen. Großen Verdienst daran hat mit Sicherheit das Wetter, denn während die Nächte zwar kühler werden, bleibt es doch tagsüber so sonnig wie eh und je. Die Färbung der Bäume, wie sie wunderschöner nicht sein könnte, betrachte und bestaune ich jeden Tag aufs Neue, denn in Kobe kann man von überall diese Unmengen von Bäumen sehen, welche die Berge hinter der Stadt schmücken. Herbststimmung ist es, die mich momentan einnimmt. Eine der schönsten Jahreszeiten in Japan, dessen ich mir jetzt bereits sicher bin, ohne alle Jahreszeiten erlebt zu haben.

Und doch muss man den Japanern zu Gute halten, dass sie alles erdenkliche tun, um bei der Bevölkerung wenigstens ein bisschen für Weihnachtsvorfreude zu sorgen: In den Supermärkten und Geschäften laufen Weihnachtslieder durch die Lautsprecher, überall kann man festlich geschmückte Plastik-Weihnachtsbäume bestaunen und des Weiteren platzen viele Geschäfte fast vor Weihnachtsaccesoires und -schmuck. Hinzu kommt etwa der Deutsche Weihnachtsmarkt in Osaka, welcher durch seine traditionellen Häuschen, dem Glühwein und der Bratwurst durchaus vor allem Deutsche erinnert, dass nun das Weihnachtsfest vor der Tür steht.

An der Deutschen Schule Kobe wird natürlich auch alles dafür gegeben, um ein wenig dieser Stimmung auf die Kinder und Lehrer dieser Schule zu übertragen. Die Schule ist festlich geschmückt, ein wunderschöner Weihnachtsbaum ziert die Eingangshalle der Schule, Plätzchen werden in der Schulküche gebacken und die Schülerinnen und Schüler üben fleißig Weihnachtslieder für die große bevorstehende Christmas Party, mit welcher gleichzeitig die Ferien eingeläutet werden.

Ich kann es wie gesagt nicht fassen, dass schon so viel Zeit vergangen ist seit meiner Ankunft in der wunderbaren Kansai-Region. Selbstverständlich habe ich seither unglaublich viel gelernt, gesehen und erlebt. Ich habe es zu lieben und zu schätzen gelernt, hier zu wohnen und nicht nur wie ein Tourist in einem Land zu sein. Man erlebt ein Land ganz anders mit eigenen Augen, wenn man weiß, dass man hier nicht nur zu Besuch ist, sondern hier leben wird. Ich versuche daher nicht nur, meine Arbeit zu genießen, was ich weiterhin tue, sondern auch so viele Dinge wie möglich zu tun, welche ich nun mal nur hier in Japan machen kann. Zum einen ist das selbstverständlich, so viel wie möglich von der japanischen Küche zu kosten, zum anderen sind es alltägliche Sachen, die man aber erst zu schätzen lernt, wenn man sie jeden Tag haben kann.

Die Zeit geht viel zu schnell vorbei muss ich gestehen und doch scheint sie in Japan selbst stillzustehen. Es ist ein Genuss, durch eine japanische Stadt zu laufen, in der man fast erschlagen wird von der Lichtreklame und der Anzahl an Menschen, die es hier gibt, doch mit einem Mal biegt man in eine kleine Seitengasse ein und findet sich im alten Japan wieder. Man kommt an alten traditionellen Gebäuden vorbei, in denen man noch echte japanische und regionale Küche findet und befindet sich 10 Meter weiter an einem Schrein, einem Ort voller Stille und Meditation, mitten in einer Millionenstadt. Faszination Japan könnte man es nennen, dieses Phänomen, welches man in Deutschland nie erblicken könnte. Freilich geht dies in einer Stadt wie Kobe nur bedingt, da durch das Jahrhundert-Erdbeben 1995 alles ausgelöscht wurde, doch in Städten wie Osaka oder vor allem Kyoto sind dies die Oasen der Großstadt. Es ist schön zu wissen, dass man in einem solchen Land noch fast 9 Monate leben darf. Gleichzeitig ist es auch schön zu wissen, dass einem seine Arbeit im Alltag ebenfalls Freude bereitet, denn was würde es mir bringen, wenn ich diese faszinierende Umgebung um mich hätte und mit meiner Dienststelle unglücklich wäre? Nach drei vollen Monaten kann ich gut und gerne behaupten, ein Teil der Deutschen Schule Kobe zu sein. Man zählt auf mich und dieses Gefühl ist die schönste Anerkennung, die ich mir im Vorfeld erhoffen konnte. Die Kinder sind ein Phänomen für sich, man lernt so viel über ihr Verhalten und was sie mit gewissen Gesten auszudrücken versuchen. Es grenzt schon fast an ein Psychologie-Studium, denn das Verhalten dieser Kinder kann man täglich erforschen und interpretieren. Jedes der Kinder reagiert anders auf gewisse Reaktionen oder Veränderungen in ihrer Umgebung. Und das Schönste: Kinder lernen so schnell! Es ist unglaublich und faszinierend, welch Fortschritte diese kleinen Geschöpfe innerhalb kürzester Zeit machen können, sei es auf der Sprach- als auch auf der Verhaltensebene. Diese Tatsache bewundere ich jeden Tag aufs Neue und daher kann ich nur sagen, dass ich sehr froh bin, diese Arbeit verrichten zu können.

Ich denke, dass ihr alle durch die vorangegangenen Zeilen ein wenig erahnen könnt, welch unglaublich schöne Zeit ich hier in Japan erleben darf, wofür ich äußerst dankbar bin an alle, die mir dies ermöglicht haben. Ich hoffe, dass es euch zu Hause gut geht und dass wenigsten ihr bereits gepackt seid vom Weihnachtsfieber! In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne und besinnliche Adventszeit und alles Liebe!

Euer Sebastian





Deutscher Weihnachtsmarkt Osaka

1 12 2009

Am Freitag, den 20. November 2009, fand die offizielle Eröffnung des diesjährigen deutschen Weihnachtsmarktes in Osaka statt. Auf dem Platz unterhalb der Brücke, welche die beiden Gebäude des Umeda Sky Buildings miteinander verbindet, wurden zu diesem Anlass Weihnachtsmarktstände, wie sie typisch für einen original deutschen Weihnachtsmarkt sind, aufgebaut. Des Weiteren stand auch ein historisches Kinderkarusell, welches jedes Jahr mit dem Schiff bis nach Osaka transportiert wird, am Rande des Platzes für das kleine Publikum bereit. Glühweinstände, gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen und Bratwurst taten ihr übriges, um möglichst viel der deutschen Tradition auf diesen schönen Markt in Japan zu übermitteln.

Die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Kobe waren wie jedes Jahr für die musikalische Unterstützung während der offiziellen Eröffnung zuständig. Nach mehreren Willkommensreden von Deutschen wie Japanern stimmte unser Chor die Lieder „Oh Tannenbaum“, „Oh du Fröhliche“ und „Gloria“ auf Deutsch und Englisch sowie teilweise Japanisch an. Begleitet von allerlei Kameras und dem ersten japanischen Fernsehen NHK konnten wir insgesamt eine sehr schöne Eröffnungsfeier unter einem der größten Weihnachtsbäume der Welt feiern, welcher von 4 unserer Schüler erleuchtet wurde mit einer spektakulären Lichtershow.

Es war sehr schön, einen solchen Weihnachtsmarkt in deutschem Stile hier besuchen zu können, da ich das Wiesbadener Pendant dieses Jahr ja leider nicht zu Gesicht bekommen kann. Damit ihr einen kleinen Eindruck des Marktes bekommt, seht ihr nun einige Bilder, die qualitativ leider nicht sonderlich hochwertig geworden sind. Unter der Rubrik „School Life“ der Homepage der Deutschen Schule Kobe findet ihr weitere Bilder (http://www.dskobe.org/)! Viel Spaß!

Hier seht ihr ein Modell des Umeda Sky Building. Unter der Brücke befindet sich noch bis zum 26. Dezember der deutsche Weihnachtsmarkt

 





Ereignisse der Woche

25 11 2009

Am vergangenen Mittwoch, den 18. November 2009, waren zwei professionelle Fußballerinnen zu Gast in der Deutschen Schule Kobe. Alle Schülerinnen und Schüler der Schule hatten die Möglichkeit, an diesem Nachmittag an einem Fußballtraining teilzunehmen, welches auf einer nahe der Schule gelegenen großen Wiese stattfand. Die Teilnehmer hatten dabei Trainingsübungen wie Sprint mit dem Ball und Slalomparcours zu absolvieren, bevor es zu zwei großen Abschlussspielen in zwei verschiedenen Altersstufen kam. Die Kinder konnten sich mal so richtig austoben und kamen gleichzeitig in den Genuss, von zwei Profi-Fußballerinnen trainiert zu werden. Mit Sicherheit war dies eine tolle Erfahrung für alle Kinder.

Bereits etwas weiter zurück liegt die zweite Feueralarmübung dieses Schuljahres. Diesmal jedoch mit der Besonderheit, dass die Feuerwehr Kobes zu Besuch war. Das Feuerwehrauto sowie die Uniformen der Feuermänner machten großen Eindruck auf die Kinder, gerade für die Jüngsten aus dem Kindergarten. Sie alle erhielten die Möglichkeit, einmal in einem original Feuerwehrauto zu sitzen und sich wie einer der ganz großen Lebensretter zu fühlen. Anschließend gab es eine kleine Aufklärung für alle Lehrer und Mitarbeiter der Schule, wie sie im Ernstfalle zu reagieren haben. Eine interessante und aufschlussreiche Aktion!

Am vergangenen Freitag, den 20. November, stand die offizielle Eröffnung des Deutschen Weihnachtsmarktes in Osaka an. Hierzu werde ich jedoch morgen einen ausführlichen Bericht nachreichen.

Vor zwei Tagen konnten wir eine weitere Person an unserer Schule begrüßen, nämlich einen Buchautor. Dieser hatte sich bereits im Voraus angekündigt mit der Bitte, den Kindern seine Werke vorzulesen. Bei dem Autor handelte es sich passenderweise um einen Kinderbuchautor, welcher zur Zeit an einer anderen internationalen Schule in Kobe arbeitet und des Weiteren an verschiedenen internationalen Schulen aus seinen Werken liest. Vorlesen war jedoch das falsche Wort, um es im Nachhinein zu beschreiben, denn statt sich auf einen Stuhl zu setzen und aus dem Buch zu zitieren, stellte er sich vor die versammelten Schülerinnen und Schüler der Schule und demonstrierte seine Werke mit eindrucksvoller Emotionalität. Durch die häufigen Veränderungen seiner Stimme sorgte er für viel Spaß und Begeisterung bei seinen Zuhörern. Es bestand außerdem nach der Veranstaltung die Möglichkeit, ein signiertes Buch zu ersteigern.

Ihr seht, dass die Schule nie stillsteht und dass ich Woche für Woche viel erleben darf. Übermorgen geht es bereits weiter mit dem Ausflug des Kindergartens, über den ich selbstverständlich einen Bericht folgen lassen werde! In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Restwoche und einen guten Start in die Adventszeit! Hier werden auch so langsam die Plastik-Weihnachtsbäume ausgepackt und Weihnachtslieder in den Supermärkten gespielt! Alles Gute!





St. Martin Laternenumzug

23 11 2009

Am Sonntag, den 15. November diesen Jahres, fand ein vom Elternbeirat der Deutschen Schule Kobe organisierter Laternenumzug zum Gedenken St. Martins statt. Bereits unter der Woche hatten sich die Schülerinnen und Schüler einen Nachmittag lang Zeit genommen, um gemeinsam mit ihren Eltern Laternen zu basteln. Mit diesen Laternen bewaffnet trafen sich die Kinder samt Eltern an besagtem Sonntag also in einem Park, welcher direkt am Shukugawa, einen Bach, der ins Meer mündet, liegt. Zu Beginn der Veranstaltung war es bereits dunkel und es hatte zu regnen aufgehört, sodass wir perfekte Voraussetzungen für den Umzug vorfanden. Dieser fing auch unmittelbar nach einer kleinen Ansprache der Vorsitzenden des Elternbeirates an, indem sich die Teilnehmer mit ihren angezündeten Laternen auf den Weg entlang des Baches machten. Dabei wurden traditionell Lieder wie „Laterne, Laterne“ und „Ich geh’ mit meiner Laterne“ angestimmt. Die Nähe des Baches und die vielen Bäume, welche wie in einer Allee strukturiert gepflanzt sind, kreierten eine schöne, unverwechselbare Atmosphäre.

Nach einiger Zeit der Wanderung machten wir Halt und nun sangen wir gemeinsam ein Lied, welches von einer Schülerin mit einer Blockflöte begleitet wurde. Daraufhin machten wir uns auf den Rückweg. Am Treffpunkt angelangt, konnten sich alle Teilnehmer über Weckmänner, Brezeln und von den Eltern zubereitete Kleinigkeiten freuen, während die Erwachsenen sich die kalt gewordenen Hände und den Körper von innen mit Glühwein erwärmen konnten. Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, die auch ich sehr genoss, da ich auch in Deutschland Jahr für Jahr am St. Martinsumzug teilgenommen hatte und diese Tradition nun in einem fernen Land beibehalten konnte.





Spendengottesdienst

14 11 2009

Liebe Freunde, liebe Leser, sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer!

Am morgigen Sonntag, den 15. November 2009, wird in der katholischen Pfarrgemeinde Herz-Jesu Sonnenberg in Wiesbaden die Möglichkeit bestehen, mir eine kleine Spende für mein Auslandsjahr zukommen zu lassen, denn die Kollekte des Hochamts ist für mein Freiwilliges Soziales Jahr in Japan, genauer gesagt für meine Trägerorganisation, dem Sozialen Friedensdienst Kassel e.V., bestimmt. Der Soziale Friedensdienst Kassel e.V., bedingt durch die minimalen Zuschüsse des Staates, ist auf Spenden angewiesen, da er sonst nicht die Freiwilligenjahre aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen stemmen könnte. Da die Restkosten von etwa 3000 Euro daher von jedem Freiwilligen selbst finanziert werden müssten und das für die meisten, vor allem jungen Menschen eine sehr hohe Summe darstellt, wurden wir im Vorfeld gebeten, uns einen Spenderkreis aufzubauen und Geld durch Aktionen, wie sie beispielsweise morgen im Gottesdienst stattfindet, zu sammeln. Die 3000 Euro selbst setzen sich aus den Reisekosten, den Impfungen im Vorfeld, der Versicherung für ein ganzes Jahr, der Verpflegung sowie der gesamten Vor- und Nachbereitung durch den Sozialen Friedensdienst Kassel e.V. zusammen.

Ich möchte meinen besonderen Dank an den Pfarrbeauftragten der Gemeinde, Herrn Jody Antony, sowie dem gesamten Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat, insbesondere Frau Francoise Born, aussprechen, die es mir ermöglichen, in einem Gottesdienst Geld für mein Auslandsjahr zu sammeln! Ich hoffe, dass Sie die Notwendigkeit und Wichtigkeit meines Anliegens erkennen, hoffe außerdem, dass die Aktion ein voller Erfolg wird und würde mich auch über Ihre Spende sehr freuen!

Vielen Dank und alles Gute!





Tokyo

11 11 2009

Liebe Freunde und Leser!

Wieder ist eine Woche vergangen und es wird einem deutlich, wie schnell die Zeit vergehen kann! Insgesamt bin ich bereits seit zwei einhalb Monaten hier in Kobe und bin weiterhin begeistert! Die Arbeit macht viel Spaß und die Leute sind nett wie eh und je. Es gibt nichts, worüber ich mich in der bislang vergangenen Zeit beklagen konnte und ich bin mir sicher, dass dies auch in den restlichen drei Vierteln der Zeit so bleiben wird. Auch das Wetter ist für fast Mitte November ungewöhnlich gut, denn um die Mittagszeit hat es hier doch weiterhin 20 bis 22 Grad! Wenn ich höre, wie das Wetter in Deutschland ist, dann kann ich euch nur das Beste wünschen, denn es scheint ja wirklich nicht zum Besten damit zu stehen. Auch von der Schweinegrippe hört man weiterhin nur Schlechtes und man wünscht sich geradezu händeringend, dass diese doch endlich ein Ende haben möge! In diesem Zusammenhang wünsche ich euch natürlich alles Gute und Gesundheit! Ich weiß, dass ich euch noch die Fotos von Tokyo schuldig bin, deshalb reiche ich sie hiermit nach! Ich hoffe, dass ihr Spaß daran findet, die Bilder zu betrachten von dieser wirklich unglaublich faszinierenden Stadt, in diesem Sinne: Let the show begin!

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Hauptbahnhof Tokyo

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Das Takashimaya Times Square - Eine große Shoppingmall in Shinjuku

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Shinjuku ist das Bankenviertel Tokyos - Es ist bekannt für seine vielen Hochhäuser

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Skyline Shinjuku

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Moderne Architektur in Shinjuku

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Diese Katze soll bei Glücksspielen für das nötige Quäntchen Glück sorgen

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Auf diesem Bild ist Shibuya zu sehen - Auf der Kreuzung wurde schon so mancher Film gedreht

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Es heißt, dass am Tag mehrere Millionen Menschen diese Kreuzung überqueren

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Shibuya ist ein Unterhaltungsviertel, in dem man auf viele junge Menschen trifft

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Etwas für die Walt Disney Fans unter uns...

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Viele große Bekleidungsgeschäfte findet man in Shibuya

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Das ist der Mori Tower von Roppongi Hills. Roppongi Hills ist ein Gebäudekomplex, der rund 2,5 Millarden Euro gekostet hat. Das Gebäude selbst ist 260 Meter hoch und hat 60 Stockwerke. Es ist eine "Stadt in der Stadt". Das Konzept des Gebäudes besagt, dass man darin leben kann, ohne das Gebäude verlassen zu müssen. Es gibt Wohnungen, Restaurants, Banken, eine Post, Supermärkte, Apotheken, Friseursalons, ein Kino, mehrere Kunstmuseen (!), Ämter wie etwa ein Einwohnermeldeamt und und und

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Bei Roppongi Hills handelt es sich um ein architektonisches Meisterwerk!

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Selbst dieser kleine Park samt Teich gehört zu Roppongi Hills

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Fensterputzen in luftigen Höhen - Nichts für Menschen mit Höhenangst

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Hier seht ihr Roppongi Hills als Modell

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Tokyo aus Sicht des 54. Stocks - mit Tokyo Tower

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Bei klarem Himmel kann man von hier den Fuji sehen

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Von hier aus wirken die Wolkenkratzer Shinjukus wie kleine Spielzeughäuser

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Die Grünfläche ist nicht etwa ein Park, sondern ein riesiger Friedhof! Zur Linken sieht man das Olympiastadion

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Roppongi ist der Hotspot des Nachtlebens in Tokyo - Hier ist ein halber Looping auf dem Dach eines Hauses zu sehen

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Hard Rock Café Tokyo

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Tokyo Midtown

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Ginza - Hier kann man Designerläden und moderne Architektur bestaunen

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Ein Beispiel moderner Architektur

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Moderne Bürokomplexe findet man an jeder Ecke in Tokyo

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Kaufhaus in Ginza

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Typisch Japan..

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Kein Gebäude gleicht hier dem anderen

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Japanisches Theater

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Ein Paradies für Apple Fans

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Wie ein schweizer Käse..

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Futuristisch!

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Natürlich gibt es nicht nur modere Architektur in Tokyo!

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Auch viele Schreine und Tempel findet man hier

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Buddhistischer Tempel

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Harajuku

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Die Bahnstation Harajuku in europäischem Stil

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Futuristisch anmutende H&M-Filiale

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Audi Building

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Omotesando - Die Champs-Elysées Tokyos

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Hier wimmelt es nur so von teuren Designerläden und französischen Cafés

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Ein kleiner Brunnen in Ikebukuro - Ähnlichem begegnet man nur selten in Japan

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Diesen original Formel 1-Wagen kann man im Toyota Forum Ikebukuro begutachten - Hier sind auch die neuesten Hybridmodelle der Marke ausgestellt und man kann sein fahrerisches Können an unzähligen Simulatoren aller Art unter Beweis stellen

 





2. Monatsbericht

31 10 2009

Liebe Freunde in Deutschland und der Welt, liebe Unterstützer, Leser und Team des SFD Kassel!

Ich denke, dass es nun an der Zeit ist für meinen zweiten Monatsbericht. Diesen verfasse ich in Tokio, da ich momentan eine Woche Herbstferien habe und diese bei meinen Großeltern in der Hauptstadt verbringe. Da ich in meinem letzten Monatsbericht vor allem auf einige wenige Ereignisse besonders detailliert eingegangen bin, habe ich mir gedacht, diesmal etwas verallgemeinert zu schreiben und euch mehr über meine Arbeit zu berichten und über mein Leben als ein Teil an der Deutschen Schule Kobe:

Die Frage ist jedoch, womit ich beginnen soll. Die Zeit vergeht hier wie im Flug und ich kann gar nicht begreifen, dass nun bereits zwei ganze Monate vorüber sind. Ich habe zwar schon unheimlich viel erlebt, doch wirklich realisieren tut man sowas frühestens, wenn man wirklich erst in einer ruhigen Minute darüber nachdenkt. Und es mangelt mir während meiner Arbeit an der Deutschen Schule an ruhigen Minuten, was nicht bedeuten soll, dass ich dort Sklavenarbeit verrichte, sondern vielmehr die Zeit und Arbeit mit den Kindern in höchstem Maße genieße. Am Wochenende bin ich stets traurig, wenn ich daran denke, diese Kinder irgendwann, genauer in weniger als 10 Monaten, verlassen zu müssen und sie womöglich nie wiederzusehen. Doch statt hier Trübsal zu blasen, erzähle ich euch lieber ein paar Highlights  der bisher erlebten zwei Monate: Einschulungstag, Busbegleitung, Namen lernen, Empfang zum Tag der deutschen Einheit, Oktoberfest, Sportsday, Thanksgiving Lunch, Schulausflug, Halloweenparty, Filmabend, Taifun, Feueralarm, Herbstferien, kommt ihr mit? Ich kann euch viele Worte an den Kopf schmeißen oder sie auch in lediglich zwei Zeilen aufzählen, aber was ich für Erinnerung mit jedem einzelnen dieser Wörter verbinde, das kann mir keiner mehr nehmen und das ist die schönste Seite an diesem Freiwilligen Sozialen Jahr, die ich bisland kennenlernen durfte. Jede Woche ein neuer Höhepunkt, der mir die Lust nach mehr gibt und doch versucht man gleichzeitig das Vergangene nicht so einfach vergessen, war es doch so schön bislang. Gerade in diesem zweiten Monat habe ich das Gefühl, den Kindern um ein ganzes Stück näher gekommen zu sein, denn sie vertrauen mir mittlerweile fast blind und ich gebe gern zu, dass dies ein wunderbares Gefühl ist. Auch die Kinder selbst wachsen in der Gruppe mehr und mehr zusammen und entwickeln sich individuell weiter. Sie können nun schon Dinge sagen und etwas ausdrücken, was vor zwei Monaten noch unvorstellbar erschien und durch die Erziehung, Betreuung und das Programm von E., meiner Kollegin, werden sie bestens für ihren weiteren Lebensweg vorbereitet. Und noch etwas habe ich gelernt: Als Außenstehender denkt man oft über Dinge nach und sagt etwas über sie, ohne sie zu kennen; konkret meine ich damit in meinem Fall, dass ich persönlich als Außenstehender niemals gedacht hätte, wie viel Verstand und Durchdachtheit eine Einrichtung wie etwa ein Kindergarten besitzt. Nicht, dass ich es ihr nicht zutraute. Man muss es erst mit eigenen Augen gesehen, mit eigenem Gefühl erlebt und am eigenen Körper gespürt haben, um über etwas ein Urteil fällen zu dürfen, und ich denke, dass dies eine weitere Erkentnis ist, die ich machen durfte, die sehr wichtig für mein weiteres Leben sein wird. Der Ein oder die Andere möge jetzt vielleicht denken, dass man das doch bereits vor seinem 19. Lebensjahr wissen sollte, doch ich kann darauf nur erwidern, dass es bei mir eben nicht immer der Fall war und ich umso stolzer auf mich bin, solche doch fundamentalen Dinge in diesem Auslandsjahr zu entdecken, schließlich ist der Sinn eines Freiwilligen Sozialen Jahres doch auch, sich selbst zu finden, was ich mit dieser Tatsache in gewisser Weise getan habe.

Doch um wieder etwas konkreter zu werden: E. und ich haben zur Aufgabe, die Kinder bestmöglich für die Schule und gar ihr gesamtes Leben vorzubereiten. Wir lehren ihnen die Zahlen, Umgangsformen, Farben und Formen, das Schreiben und Lesen, Bewegung und Sport, das Musizieren, soziales Verhalten und die Meisterung des alltäglichen Lebens. Es ist unheimlich spannend für mich, die Kinder dabei ein Jahr lang zu begleiten und auch zu sehen, wie sie teilweise reagieren auf manche Dinge. Das Schönste ist mit Sicherheit, wenn die Arbeit Früchte trägt und man Fortschritte sehen kann, für die man in gewissen Teilen doch mindestens mitverantwortlich ist. Dieses Gefühl noch lange miterleben zu können, darüber bin ich sehr glücklich und deshalb macht mir die Arbeit an der Deutschen Schule Kobe so besonders viel Spaß. Großen Anteil daran haben jedoch nicht nur die Kinder, sondern in vielerlei Hinsicht auch meine Kollegen, denn sie haben mir meine Zeit hier von Anfang an leichter gemacht, helfen mir auch heute noch bei mancher Frage und unternehmen beispielsweise auch am Wochenende etwas mit mir, sodass mir niemals langweilig wird. Auch mit den Eltern, die ich bislang kennenlernen durfte, kam ich bestens zurecht und es ist schön, während meiner Zeit hier täglich mit drei Sprachen konfrontiert zu werden. Die Kommunikation und Absprache mit meiner “Chefin“ und Ansprechpartnerin Frau W. klappt hervorragend und insgesamt kann ich nur nochmal betonen, dass ich äußerst glücklich bin, hier sein zu dürfen und solch tolle Menschen kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. Mein Wunsch, mich persönlich und charakterlich weiterzuentwickeln, ist jetzt bereits erfüllt und wird mir noch mit Sicherheit viele an mir fremde Dinge offenbaren. Auch in meiner Unterkunft klappt alles bestens und dass ich das japanische Essen liebe, muss ich an dieser Stelle glaube ich nicht explizit erwähnen. In diesem Sinne grüße ich alle recht herzlich aus dem noch immer etwa 24 Grad warmen Kobe und wünsche euch nur das Beste! Vielen Dank, dass ihr so oft meinen Blog verfolgt und meine Berichte lest, ich hoffe, dass sie interessant für euch sind und hoffe, dass ihr mir meinen zum Teil schwierigen Satzbau entschuldigt! Viele Grüße und bis bald!

Euer Sebastian





Aktuelles aus Kobe

31 10 2009

In den vergangenen Wochen standen mehrere erwähnenswerte Punkte auf dem Programm, die ich euch nun im einzelnen näherbringen möchte:

Vor etwa zwei Wochen besuchte uns die erste und zweite Jahrgangsstufe des englischsprachigen Teils der Schule, um mit den Kindern im Kindergarten Bücher zu lesen. Dazu lehrten wir unseren Kindern, wie sie die Älteren ansprechen können, um gemeinsam zu lesen. Diese Idee kam von meiner Kollegin E. und das „Projekt“ war ein voller Erfolg, denn sowohl die Kindergartenkinder, die Zeit mit älteren Freunden verbringen konnten, als auch die Schüler, welche gleichzeitig ihre (Vor-)Lesekenntnisse verbessern konnten, kamen vollstens auf ihre Kosten und es ist angedacht, dass wir dies jeden Monat einmal machen.

Vergangene Woche stand der 2. Ausflug des Kindergartens an! Wie beim ersten Mal gingen wir gemeinsam mit dem deutschen Kindergarten wieder in einen Park, diesmal jedoch in einen anderen, von dem aus man eine Aussicht über die ganze Stadt genießen konnte. Wir aßen bei einem gemeinsamen Picknick miteinander, um uns zu stärken für das Spielen und Spaß haben danach. Für die Kinder stand ein riesiges Klettergerüst zur Verfügung, des Weiteren fand die große Rutsche viel Anklang. Zum Schluss spielten wir gemeinsam ein Fangenspiel und Fußball. Mit dem Wetter hatten wir sehr viel Glück, denn es war warm und der Regen blieb aus. Alles in allem konnten wir einen wunderschönen Tag genießen, an dem auch alle Kinder viel Spaß und Freude hatten.

Vergangenen Mittwoch schließlich stand das nächste Highlight des Schuljahres auf dem Programm, nämlich das Sportfest! Dazu versammelten sich alle Schüler und die Kindergartenkinder auf einer riesigen Wiese in der Nähe der Schule. Auch die Eltern waren eingeladen, um ihre Kinder anzufeuern, und fanden sich daher in großer Zahl auf dem Feld ein. Für die Kindergartenkinder standen folgende Disziplinen an: Wettrennen, Weitsprung und Laufen. Außerdem spielten wir gemeinsam das Fangenspiel, welches wir im Vorfeld immer wieder geübt hatten. Die Kinder hatten sehr viel Freude an den Spielen, denn sie lieben es, Sport zu machen und sich dabei auszutoben. Letztendlich wurde natürlich alles außer Konkurrenz gespielt, während die Schulkinder in ihren Leistungen gemessen wurden. Auch sie rannten um die Wette, sprangen um die Weite und hatten des Weiteren einen Ausdauerlauf zu bewältigen. Am Ende des Sporttages sprintete jede Jahrgangsstufe vor den Augen und Kameras alles Eltern um die Wette. Danach wurden Zweierpaaren jeweils ein Bein zusammengebunden und sie mussten mit Geschicklichkeit und Teamwork versuchen, gemeinsam so schnell wie möglich die Distanz zurückzulegen, die vorgegeben war. Der Höhepunkt, vor allem wohl für die Kinder, fand danach statt, denn nun waren jeweils die Väter/Lehrer und die Mütter/Lehrerinnen an der Reihe, einen Sprint hinzulegen. Ich rannte selbstverständlich auch bei den Lehrern mit. Abgerundet wurde die Veranstaltung damit, dass nun Mütter und Väter ihr Kind Huckepack nehmen konnten und auch hier gemessen wurde, wer am schnellsten war. Insgesamt war der Sporttag sehr lustig und die Stimmung war prächtig, jedoch war das Programm hiermit noch nicht abgeschlossen, denn nun wurde der ganze Event auf den Schulhof verlegt, wo das anschließende Thanksgiving Lunch stattfand. Alle Eltern hatten etwas beigesteuert für das riesige Büffet, und Eltern, Kinder und Lehrer aßen sich satt an den Köstlichkeiten. Danach wurden Urkunden an die Kinder verteilt für die Teilnahme am Sportfest, der damit sein Ende fand. Ein äußerst gelungener Tag, der auch durch das gute Wetter in dieser Form stattfinden konnte.

Am letzten Freitag, dem 23. Oktober, feierten wir im Kindergarten gemeinsam Halloween, da dies der letzte Tag vor den Ferien war und wir keine andere Gelegenheit finden würden, dieses Fest zu feiern. Für diesen Anlass hatten die Kinder bereits im Vorfeld eine Maske gemalt und gebastelt mit Motiven wie einer Fledermaus oder einem Kürbis und es stand den Kinder des Weiteren frei, sich zu verkleiden. Nach einem gemeinsamen Mahl mit dem deutschen Kindergarten verlegten wir die Halloweenfeier nach draußen, wo wir verschiedene Spiele spielten, welche großen Anklang bei den Kindern fanden. Wie laßen gemeinsam Halloween-Geschichten und zum Schluss bastelte jedes Kind eine Fledermaus, die es mit nach Hause nehmen konnte. Am Ende des Tages ging es in die einwöchigen Herbstferien.

Insgesamt habe ich also mal wieder sehr viele neue Dinge gesehen und Erfahrungen gemacht. Ich lerne die Schule jede Woche von einer neuen Seite kennen und es macht mir unheimlich viel Spaß, dort zu arbeiten! Viele Grüße an euch zu Hause und HAPPY HALLOWEEN!





Oktoberfest

17 10 2009

Am Samstag, den 10. Oktober 2009, fand an der Deutschen Schule Kobe das alljährliche Oktoberfest statt. Dieses wird jedes Jahr in Anlehnung an das Münchner Original von der Schule veranstaltet und soll nicht nur die Kinder der Schule, sondern auch die Eltern sowie Deutschlandinteressierte, Schulinteressierte und andere Ausländer in Japan ansprechen.

Bereits am Tag vor dem Fest wurden daher alle Hebel in den Gang gesetzt, um ein perfektes Fest auf die Beine zu stellen. Vor allem Mütter und Väter halfen dabei freiwillig, alles aufzubauen, zu kochen, zu backen und in jeglicher weiterer Form anzupacken. Diese Bemühungen fanden am nächsten Tag ihren Erfolg, als um 12 Uhr das Oktoberfest offiziell eröffnet wurde. Es gab dabei ein großes Festzelt mit Biertischen und Stühlen, ein Grill- und Essenszelt, ein Bier- und Getränkezelt und ein Zelt, in dem Verzehrbons verkauft wurden. Dies alles hatte seinen Platz auf dem Schulhof der Schule, während in der Schule selbst ein Kuchenverkauf und das Programm für die Kinder stattfanden. Des Weiteren konnte man sich in einer der Räumlichkeiten der Schule die Preise für die Tombola, auf die ich später noch zu sprechen komme, abholen.

Draußen also, wo das Hauptspektakel stattfand, gab es außerdem eine eigens engagierte Blaskapelle, welche ausschließlich deutsche bayrische Volkslieder anstimmte und lustigerweise nur aus Japanern bestand. Zu essen gab es natürlich deutsche Bratwürste, Sauerkraut, Brezeln, Fleischkäse, Kartoffelsalat nach deutschem Rezept und Weissbrot, zu trinken standen Wein aus Deutschland, Weissbier, Alt- und Kölschbier, japanisches Bier und natürlich Softdrinks zur Verfügung. Des Weiteren gab es für die Kinder einen Eisverkauf.

Als Programmpunkte für die Kinder gab es ein deutsches Puppenspiel, Bingo und Schminken, für das erwachsene Publikum war zweifelsohne die Tombola das große Highlight! Man konnte sich also Lose kaufen und sich die Sofortgewinne direkt abholen. Als zusätzlichen Reiz jedoch konnte man mit jedem Ziffernlos zusätzlich einen der vielen Hauptgewinne erhalten, sodass man eine zweifache Gewinnchance besaß. Und die Hauptpreise konnten sich wirklich sehen lassen, denn sie alle kamen von den vielen Sponsoren der Schule wie etwa VW, Porsche, Swarovski, dem TÜV, Villeroy & Boch, HABA, Hilton Hotels, Dallmayr und dem Sheraton Kobe, um nur einige zu nennen. Beim Hauptpreis handelte es sich um einen Hin- und Rückflug von Japan nach Deutschland und zurück, gespendet von der Lufthansa. Auch ich konnte mich über einen äußerst spektakulären Preis freuen, nämlich einen Gutschein von Triumph für Damenunterwäsche!!

Insgesamt gesehen konnten wir also ein perfekt organisiertes Fest erleben und feiern, zu welchem die Schule viel Laufkundschaft und Interessierte begrüßen konnte, was wohl der vielfachen und großzügigen Werbung im Vorfeld der Veranstaltung zu verdanken ist. Auch mit dem Wetter hatten wir sehr viel Glück, denn nur zwei Tage nach dem schlimmen Taifun konnten wir uns über einen sonnigen Tag mit blauem Himmel freuen! Für mich war es eine sehr schöne Erfahrung und ich hatte sehr viel Spaß an diesem Tag! Sicherlich kommt es nicht an sein Pendant in der bayrischen Hauptstadt heran, und doch war es schön, ein wenig die Atmosphäre Deutschlands in Japan erleben zu können. Hier nun abschließend einige Fotos von einem der Highlights des Schuljahres:

Das Festzelt

Das Festzelt

 

Dies ist die Essensausgabe - Drumherum natürlich alles blau-weiss

Dies ist die Essensausgabe - Drumherum natürlich alles blau-weiss

 

Deutsche Bratwürste :)

Deutsche Bratwürste :)

 

Natürlich waren auch Lederhosen...

Natürlich waren auch Lederhosen...

 

... und Dirndl vertreten

... und Dirndl vertreten

 

Da sich das deutsche Bier als Verkaufsschlager herausstellte, musste schnell auf japanisches Bier umgestellt werden, was jedoch auch nichts an der Laune der Besucher änderte!

Da sich das deutsche Bier als Verkaufsschlager herausstellte, musste schnell auf japanisches Bier umgestellt werden, was jedoch auch nichts an der Laune der Besucher änderte!

 

Auch der Kuchen verkaufte sich sehr gut!

Auch der Kuchen verkaufte sich sehr gut!

 

Eine Blaskapelle voller Japaner - Übrigens wurde natürlich auch "Ein Prosit" gesungen, ganz wie beim Münchner Original

Eine Blaskapelle voller Japaner - Übrigens wurde natürlich auch "Ein Prosit" gesungen, ganz wie beim Münchner Original

 

Insgesamt ein sehr schönes Fest,

Insgesamt ein sehr schönes Fest,

 

das mir stehts in guter Erinnerung bleiben wird!

das mir stehts in guter Erinnerung bleiben wird!





Neueste Nachrichten aus Kobe

12 10 2009

Liebe Freunde in Deutschland und dem Rest der Welt!

Entschuldigt mir bitte die Tatsache, dass es seit dem 1. Monatsbericht keinen neuen Bericht mehr gab, doch hier ist einiges passiert und ich hatte kaum Zeit, etwas neues zu verfassen. Ich werde die Höhepunkte der vergangenen Zeit nun einigermaßen chronologisch für euch zusammenstellen:

Am Freitag, dem 02. Oktober, fand ein Empfang zum Tag der deutschen Einheit statt, welcher vom deutschen Generalkonsulat Osaka – Kobe veranstaltet wurde. Der neue Generalkonsul Herr Dr. Olbrich und seine Frau hatten zu diesem Anlass sämtliche Deutsche in der Region um Osaka und Kobe, der sogenannten Kansai-Region, eingeladen und somit war auch das gesamte Kollegium der Deutschen Schule Kobe einschließlich mir geladen. Um 18:30 Uhr also versammelten sich die rund 300 Gäste im Sheraton Hotel Kobe auf Rokko Island, um gemeinsam diesen geschichtsträchtigen und wichtigen Tag in der deutschen Geschichte zu feiern – wenn auch einen Tag vor dem eigentlichen Jahrestag. Nachdem der Generalkonsul eine Eröffnungsrede gehalten und auch der Ministepräsident der Kansai-Region zu Wort gekommen war, wurde das Wein-, Champagner- oder Orangensaftglas erhoben und schließlich das gewaltige Buffet eröffnet. Es gab vor allem Dinge aus Deutschland wie etwa Laugenbrötchen, Apfelstrudel und Spätzle, doch auch viele leckere Köstlichkeiten aus der Region, insbesondere Meeresfrüchte. Auch das Dessert-Buffet bestach mit einer großen Auswahl an feinsten Küchlein. Durch das zum Teil deutsche Essen und das deutsche Bier bekam man durchaus den Eindruck, in Deutschland zu sein. Insgesamt war es eine sehr schöne Veranstaltung, an der ich viele neue Bekanntschaften machen konnte und die danach noch in die Stadt verlegt wurde, zumindest vom Kollegium der Deutschen Schule.

Eine weitere neue Erfahrung, die ich letzte Woche machen „durfte“, war ein Taifun. In einem Lexikon habe ich gelesen, dass ein Taifun ein „tropischer Wirbelwind in Ost- und Südostasien“ sei, der in anderen Gegenden der Erde auch als Zyklon oder Hurrikan bekannt ist. Ich, der ein soches Naturspektakel aus Deutschland nicht kannte, war natürlich interessiert daran, einen solchen mit eigenen Augen zu sehen, doch jetzt, im Nachhinein, muss ich sagen, dass ich getrost darauf verzichten kann in Zukunft. Bei Windstärken von über 100 km/h und peitschendem Regen erlebte ich eine schlaflose Nacht, wie ich sie noch nie hatte, noch nicht einmal in der Nacht vor meiner Abiturprüfung in Mathematik. Es war mit die lauteste Nacht, die ich erlebt hatte und da ich Schiebefenster in meinem Zimmer habe und sie nicht perfekt in ihrer Verankerung sitzen, knallten sie bei jeden Windstoß hin und her und so lag ich mit offenen Augen in meinem Bett mit der Befürchtung, dass meine Fenster jeden Moment zu Bruch gehen könnten. Letztendlich blieben sie heil und am nächsten Morgen hatte ich sogar Glück im Unglück, denn um 5:55 Uhr bekam ich einen Anruf, dass die Schule nicht wie sonst um halb 9 beginnen könnte, da weder Schüler noch Lehrer bei einer solchen Witterung zur Schule gelangen könnten. Schließlich begann die Schule um 11:00 Uhr und ich hatte doch noch Gelegenheit, ein wenig Schlaf zu finden. Das „Interessanteste“ an der ganzen Sache war jedoch, dass wir bereits um 11 Uhr einen wolkenlosen blauen Himmel hatten und die Sonne so stark schien, als ob nie etwas passiert wäre. Und doch hatte der Taifun seine Spuren hinterlassen, wie umgestürzte Bäume es zeigten. Einer meiner Kollegen erzählte mir sogar, dass der Wind so stark war, dass seine Waschmaschine, welche er auf seinem Balkon zu Hause stehen hat, sich am nächsten Morgen auf dem Balkon des Nachbarn befand. Insgesamt war es das erste Mal in meinem Leben für mich, dass ich es erlebte, dass aufgrund des Wetters der Schulbeginn verschoben werden musste, was eine durchaus prägende Erfahrung für mich darstellte.

Am vorgestrigen Samstag, den 10. Oktober, fand an der Deutschen Schule Kobe das Oktoberfest in Anlehnung an das Münchner Original statt. Dazu werde ich jedoch einen weiteren und eigenen Bericht folgen lassen, auf den ihr euch schon freuen könnt. Auch Bilder über das Highlight des Schuljahres werde ich selbstverständlich hochladen.

Insgesamt habe ich also seit dem Monatsbericht viel erlebt und konnte neue Erfahrungen sammeln. Ich bin natürlich weiterhin sehr froh und glücklich, hier sein zu dürfen und solche tollen Erfahrungen zu sammeln. Ich habe mittlerweile neue Freunde gefunden und unternehme sehr viel in meiner freien Zeit. Heute ist übrigens ein japanischer Feiertag, sodass ich einen freien Tag genießen kann. Gestern traf ich mich mit einem anderen Freiwilligen, welcher momentan ein Soziales Jahr in Osaka absolviert. Ich hoffe, dass es euch zu Hause gut geht und wünsche euch alles Gute!





1. Monatsbericht

27 09 2009

Ich bin jetzt bereits seit 5 Wochen hier in der wunderschönen Stadt Kobe in Japan und ich denke, dass es nun Zeit ist für meinen ersten Monatsbericht! Zu allererst möchte ich euch allen sagen, dass es mir sehr gut geht und dass ich jeden einzelnen Tag hier sehr genieße! Doch ich denke, dass ich alles Schritt für Schritt von Anfang an erzählen sollte:

Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich mich von meinen Eltern, meiner Freundin und meinen engsten Freunden teilweise unter Tränen am Frankfurter Flughafen verabschiedete. Die Tränen sollten dabei keinesfalls ein Zeichen dafür sein, dass ich mir in meiner Entscheidung nicht sicher war, sondern sollten lediglich widerspiegeln, dass es doch eine sehr emotionale Sache ist, wenn man weiß, dass man plötzlich von einer Minute zur Nächsten sein geliebtes Umfeld 365 Tage lang nicht mehr wiedersehen wird. Und doch, als dieser erste Schock nach der Passkontrolle verflogen war und ich spätestens jetzt realisierte, dass es nun kein Zurück mehr geben würde, stieg plötzlich alle Vorfreude in mir hoch und ich begann, ein neues Abenteuer, ja sogar einen ganz neuen Lebensabschnitt, zu leben. Nach einem sehr angenehmen Flug mit Zwischenstopp in der Wüsten-Metropole Dubai ging es nun also los mit dem Beginn ins Ungewisse, da ich ja nicht wusste, was mich zu Beginn erwartete. Das Abenteuer nahm seinen Lauf, als ich endlich, nach all den Gepäckkontrollen undFragenbögen zur Schweinegrippe aus dem Flughafen kam und ein Mann mit einem Schild „Sebastian Steenpass“ auf mich wartete. Mir fiel sofort die hohe Luftfeuchtigkeit auf, die ich auf dem Weg in mein Taxi bemerkte. Es war etwa 18 Uhr und doch schon sehr dunkel, was mir immer wieder auf meinen Reisen in Japan aufgefallen war: Im Land der aufgehenden Sonne verabschiedet sich diese auch recht schnell wieder und das pulsierende atemberaubende Nachtleben Japans beginnt. Freilich verschwendete ich zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen Gedanken an das Nachtleben Japans; ich wollte einfach nur schnell in meine Unterkunft und mich schlafen legen, da ich es im Flugzeug extra vermieden hatte zu schlafen, um einen Jetlag zu verhindern. Letztendlich kam mir die Fahrt vom Kansai International Airport auf einer künstlich angelegten Insel bei Osaka bis zu meinem neuen Zuhause in Kobe wie eine Ewigkeit vor, doch das Abenteuer meinte es danach nicht gut mit mir, denn angekommen, fand ich erst einmal einen Zettel der Haushälterin vor, welcher mir sagte, dass sie momentan außer Haus sei und ich doch die Güte hätte, sie anzurufen, wenn ich angekommen bin; das Telefon würde ich im Eingangsportal finden. Gesagt, getan, nur wollte mir das Schicksal wohl einen Streich spielen, denn die Leitung war tot und wollte mir scheinbar einen Kontakt zu ihr verwehren. Nun steht man da, ganz allein in einem alten gruseligen japanischen Haus inmitten der Dunkelheit Kobes, bewaffnet mit einem 30,8 kg schweren Koffer und seinem viel zu schweren Handgepäck in etwa 11000 km Entfernung zu seinem Zuhause! Keine für mich alltägliche Situation muss ich gestehen und somit meine erste wahre Herausforderung, nachdem ich kaum mein erstes Erfolgserlebnis, nämlich dem, dass alles reibungslos mit dem Taxi funktioniert hatte, verdauen konnte, und doch war Rettung in Form der weiteren Mitbewohner in Sicht, welche ich nun zu suchen begann. Ich fand eine Mutter mit ihrem Kind vor, ihres Zeichens Universitätsprofessorin in Marburg und zur Zeit auf Forschungsreise in Japan. Ich war froh, sie gefunden zu haben, denn sie empfing mich sehr nett und wir machten erstmal etwas zu Essen. Einige Zeit war nun vergangen, als ihr Mann mit einer hier ansässigen Praktikantin erschien und sich das Haus somit langsam füllte. Nach einer gemeinsamen Mahlzeit mit Sushi und Salat erschien nun die Haushälterin und stellte erfreut fest, dass ich angekommen war. Sie zeigte mir ihr Zimmer, entschuldigte sich für das kaputte Telefon und erklärte mir daraufhin alles, was ich als Bewohner dieses Hauses zu Beachten habe. Ich hörte jedoch nur mit einem Ohr hin, war ich doch nun schon so müde, dass ich sofort in mein Bett wollte. Nachdem mir Ellen, besagte Praktikantin, alles weitere wie meine Dusche, das Gemeinschaftswohnzimmer und die Waschmaschine zeigte und ich meinen Koffer in mein Zimmer trug und mein Bett bezog, fiel ich in einen langen tiefen traumlosen Schlaf.

Am nächsten Morgen aufgewacht, sagte ich mir: „Wow, du bist in Japan! Für ein Jahr! Und das ist dein neues Zuhause!“ Meine Unterkunft ist übrigens Folgende: Das OAG-Haus In Kobe Okamoto. Es handelt sich hierbei um eine Art Gästehaus für Deutsche, welche nach Japan gekommen sind, um hier für einen begrenzten Zeitraum zu studieren, arbeiten, forschen oder ein Praktikum zu absolvieren. Es stehen Einzel- und Doppelzimmer zur Verfügung, jeder hat eine eigene Dusche, einen eigenen Kühlschrank und es stehen des Weiteren ein Fernseher, eine Gemeinschaftsküche und –wohnzimmer sowie ein Internetanschluss zur Verfügung. Auch eine Waschmaschine und ein Bügelbrett und –eisen ist natürlich vorhanden.

Nun ja, seit eben jenem Abend und folgenden Morgen ist sehr viel passiert! Am Montag nämlich, den 24.08.2009, begann mein erster Arbeitstag an der Deutschen Schule. Voller Vorfreude und mit einer ganzen Ladung Nervosität fing mein Arbeitstag an; nachdem ich mit meiner neuen Chefin und Ansprechpartnerin über die Formalitäten und Details meiner Arbeit gesprochen hatte und dem gesamten Kollegium vorgestellt wurde, stand die Einläutung des neuen Schuljahres 2009/10 auf dem Programm und ich durfte mich erstmals allen anwesenden Schülerinnen und Schülern in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Japanisch – vorstellen. Dies half mir von Beginn an, mich in mein neues Umfeld zu integrieren und schnell lernte ich zumindest die Namen der Lehrer kennen. Ich war nun sofort Teil des diesjährigen Kindergartenteams und nicht einfach nur „Der Zivildienst-leistende“,  „Der Freiwillige“ oder gar „Der Praktikant“. Anhand dieser Aussage seht ihr, dass meine Aufgaben zum größten Teil im Kindergartenbereich liegen, ich fungiere hier also sozusagen als ein ganz normaler ausgebildeter Kindergartenerzieher. Des Weiteren habe ich folgende verantwortungsvolle Aufgabe zu leisten: Ich muss jeden Tag sowohl morgens als auch nach der Schule den Schulbus betreuen und etwa darauf achten, dass die Kinder nicht während der Fahrt aufstehen und angeschnallt bleiben. Auch muss ich die Eltern aller Kinder mit dem Schulhandy kontaktieren, wenn wir beispielsweise im Stau stehen und daher nicht pünktlich eintreffen. Dem nicht genug, muss ich jeden Morgen von jedem zusteigenden Kind eine Karte einsammeln, auf welcher geschrieben steht, ob das Kind den Bus zurück um 13 Uhr oder 16 Uhr nimmt und es in eine Liste eintragen. Das hört sich zugegebenermaßen einfach an, doch dem ist nicht unbedingt so, da jedes Kind an jedem Tag der Woche einen anderen Plan hat, zusätzlich noch Geschwisterkinder vorhanden sind und manche nicht daran denken, ihre Karte von zu Hause mitzubringen. Ich muss gestehen, dass ich mich mit dieser Aufgabe zu Beginn überhaupt nicht anfreunden konnte, doch mittlerweile bereitet sie mir großen Spaß und ist fast schon zu Routine verkommen, was nicht negativ gemeint sein soll!

Dies sind meine Hauptaufgaben den ganzen Tag lang und ich muss sagen, dass ich, wenn ich das als Außenstehender lesen würde, denken würde, dass sich dann doch sehr leicht und entspannt anhört. Nun, ich muss gestehen, dass ich eigentlich nach jedem einzelnen Arbeitstag unheimlich fertig bin, sobald ich zu Hause angekommen bin. Dies ist für mich doch eine neue, nicht negative Erfahrung, hatte ich doch bislang nur mäßigen Kontakt zur harten Arbeitswelt. Doch genau solche Erfahrungen habe ich mir im Vorfeld gewünscht, denn gerade sie werden mich einstimmen für mein zukünftiges Leben. Demnach bin ich sehr zufrieden und froh, hier zu sein. Ohne sehr viel weiter ins Detail gehen zu wollen, da aus diesem Monatsbericht sonst ein Roman werden würde, kann ich mittlerweile sagen, dass mir die Arbeit mit den 3- bis 5jährigen Kinder ungemein viel Freude bereitet! Es ist wunderschön, ihnen bei ihrer Unbekümmertheit zuzusehen und jeden Tag neue Seiten an ihnen zu entdecken und im Hinterkopf genau zu wissen, dass man sie für ein ganzes Jahr in ihrer Entwicklung begleitet hat/begleiten wird und alles dafür gegeben hat, dass sie zu weltoffenen toleranten Kindern heranwachsen! Insgesamt möchte ich euch also sagen, dass es definitiv und zu 100 Prozent die richtige Entscheidung war, hierher zu kommen, um ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren! Ich bin mir ganz sicher, dass ich mich hier in den restlichen 11 Monaten menschlich und charakterlich noch sehr weiterentwickeln werde und ich möchte jedem, der sich die Frage stellt, ob er ein solches Jahr absolvieren möchte, wärmstens mit auf den Weg geben, dass er es doch bitte mache, denn er oder sie wird schon am ersten Arbeitstag spüren, dass es die richtige Entscheidung war!

In diesem Sinne sage ich „Sayonara“ und wünsche euch daheim nur das Beste, gerade in Zeiten, in dem so viel über Terror und die Schweinegrippe gesprochen wird! Liebe Grüße aus Japan

Euer Sebastian





Impressionen aus Kobe

26 09 2009
Meine Straße

Meine Straße

 

Mosaic Garden

Mosaic Garden

 

Riesenrad im Mosaic Garden

Riesenrad im Mosaic Garden

 

Der Mosaic Garden befindet sich direkt am Meer und gehört zum Harbour Land Kobe

Der Mosaic Garden befindet sich direkt am Meer und gehört zum Harbour Land Kobe

 

Oriental Hotel

Oriental Hotel

 

Harbour Land

Harbour Land

 

Wunderschöner Hafen Kobes

Wunderschöner Hafen Kobes

 

Die künstlich angelegte Insel Port Island mit einer für Kobe charakteristischen Brücke zur Linken

Die künstlich angelegte Insel Port Island mit einer für Kobe charakteristischen Brücke zur Linken

 

An diesem Anblick kann ich mich nicht satt sehen

An diesem Anblick kann ich mich nicht satt sehen

 

So sah es hier scheinbar nach dem Jahrhunderterdbeben 1995 aus - da hat sich einiges getan

So sah es hier scheinbar nach dem Jahrhunderterdbeben 1995 aus - da hat sich einiges getan

 

Skyskrapers

Skyscrapers

 

 

Architektonische Meisterwerke findet man hier unmittelbar am Meer

Architektonische Meisterwerke findet man hier unmittelbar am Meer

 

Der Kobe Port Tower - Das Wahrzeichen der Stadt

Der Kobe Port Tower - Das Wahrzeichen der Stadt

 

Kobe von oben

Kobe von oben

 

Aussicht aus dem Kobe Port Tower

Aussicht aus dem Kobe Port Tower

 

Das Kobe Memorial Museum aus der Vogelperspektive

Das Kobe Memorial Museum aus der Vogelperspektive

 

Kobe Skyline

Kobe Skyline

 

Weit im Hintergrund liegt auf der anderen Seite der Bucht die Millionenmetropole Osaka

Weit im Hintergrund liegt auf der anderen Seite der Bucht die Millionenmetropole Osaka

 

Der Mosaic Garden aus dem Kobe Port Tower betrachtet

Der Mosaic Garden aus dem Kobe Port Tower betrachtet

 

Trotz seiner Größe und seiner vielen Einwohner ist Kobe sehr übersichtlich

Trotz seiner Größe und seiner vielen Einwohner ist Kobe sehr übersichtlich

 

Eine weitere schöne Tatsache an Kobe ist, dass man es sowohl zum Meer als auch in die Berge stets sehr nah hat

Eine weitere schöne Tatsache an Kobe ist, dass man es sowohl zum Meer als auch in die Berge stets sehr nah hat

 

Natürlich muss man sagen, dass sehr viele Betongebäude das Stadtbild prägen - typisch Japan

Natürlich muss man sagen, dass sehr viele Betongebäude das Stadtbild prägen - typisch Japan

 

Trotzdem hat es Kobe in die Liste der Design-Städte dieser Welt der UNESCO geschafft

Trotzdem hat es Kobe in die Liste der Design-Städte dieser Welt der UNESCO geschafft

 

Eine kleine schicke Hochzeitskapelle im Vordergrund des Oriental Hotels

Eine kleine schicke Hochzeitskapelle im Vordergrund des Oriental Hotels

 

Einzigartige Architektur

Einzigartige Architektur

 

Suma Beach

Suma Beach

 

Kein Traumstrand, aber hauptsache Strand

Kein Traumstrand, aber Hauptsache Strand

 

Auch hier erkennbar: Die Nähe des Meeres zum Strand

Auch hier erkennbar: Die Nähe des Meeres zum Gebirge

 

Der Blick aus meinem Zimmerfenster

Der Blick aus meinem Zimmerfenster





Ausflug mit dem Kindergarten

20 09 2009

Am vergangenen Freitag, den 18. September, stand der erste offizielle Ausflug des Kindergartens des noch jungen Schuljahres auf dem Programm. Dazu trafen sich die deutschen wie auch die englischsprachigen Kindergartenkinder, um gemeinsam in den Suma Rikyu Park zu fahren.

Zu Beginn trafen wir uns deshalb  in der Schule, um dann gemeinsam mit dem Schulbus zu dem Park zu gelangen. Dort angekommen, hatten wir erst einmal ein großes Picknick zusammen. Beim Suma Rikyu Park handelt es sich um einen der größten Parks Kobes, welcher direkt am Meer liegt und mit seinem europäischen und sehr gepflegten Ambiente besticht. Nach der kleinen Stärkung ging es zum Abenteuerspielplatz, ein für die Kinder geradezu prädestinierter Platz zum Spielen und sich austoben. Die vielen großen Rutschen, die Sandkästen und Klettergerüste sorgten für ein Lächeln auf den Gesichtern der Kinder.

Schließlich schauten wir uns noch den botanischen Garten gemeinsam an, um danach pünktlich mit dem Schulbus zurück zur Schule zu fahren. Dass der Spielplatz nicht nur für Spaß, sondern auch für Anstrengung bei den 3 bis 5-jährigen gesorgt hatte, zeigte die Tatsache, dass die meisten der Kinder im Bus schliefen. Insgesamt war es eine sehr schöne Erfahrung für mich, mit so vielen Kindern auf einen Ausflug zu gehen und auch die Kinder kamen meines Erachtens vollstens auf ihre Kosten!





Feierliche Übergabe des Sportplatzes

12 09 2009

Die deutsche Schule Kobe befindet sich seit dem 28. Juni 2009 offiziell auf Rokko Island, einer künstlich im Meer angelegten Insel im Osten Kobes. Im Zuge dieses Wechsels des Schulgebäudes fand am gestrigen Freitag die feierliche Übergabe des Sportplatzes, sprich des Schulhofes, auf dem Programm. Bei besagtem Sportplatz handelt es sich um einen zum größten Teil vom deutschen Pharmakonzern Bayer gestifteten Basketballplatz, welcher den Kindern genügend Platz zum Spielen während der Pausen und des Sportunterrichts bietet und mit seiner elastischen Oberfläche Schürfwunden beim Sturz eines Kindes vermeiden kann.

Die offizielle Feier begann daher mit einer Rede der Schulleiterin vor dem versammelten Publikum. Viele Eltern hatten sich zusammengefunden und natürlich waren viele Vertreter des Bayerkonzerns aus Deutschland und Japan anwesend. Als Ehrengast konnte die Schule des Weiteren den deutschen Botschafter Japans begrüßen, welcher extra aus Tokyo angereist war.

Nach der Eröffnungsrede durch die Schulleiterin folgte die Vorstellung des Sportplatzes und es kam zum symbolträchtigen Pflanzen von fünf neuen Bäumen am Rande des Sportplatzes, um den Platz auch offiziell einzuweihen. Das Pflanzen nahm sich dabei der deutsche Botschafter, die Schulleiterin, der Vorsitzende von Bayer Japan und eine Gruppe von 5 Schülern vor. Danach stand eine musikalische Darbietung aller Schülerinnen und Schüler der deutschen Schule Kobe an, welche im Anschluss sehr beklatscht wurde und große Anerkennung fand. Zum Schluss dankte der Vorsitzende des Schulboards in seiner Abschlussrede nochmals Bayer für die Stiftung des Platzes und betonte die Festigung der deutsch-japanischen Freundschaft und Zusammenarbeit, welche durch den Bau der neuen Schule nochmals bekräftigt wurde.

Letztendlich kann man sagen, dass die vom japanischen Fernsehen begleitete Feier ein voller Erfolg war und großen Anklang bei all ihren Besuchern fand!





Meine erste Woche

5 09 2009

Nachdem nun bereits meine zweite Arbeitswoche vergangen ist, kann ich eines mit großer Gewissheit sagen: Es war definitiv die richtige Entscheidung, für ein Jahr nach Japan zu kommen, um hier ein Freiwilliges Soziales Jahr zu leisten! Was ich in diesen zwei Wochen bereits alles erlebt habe, ist schier unglaublich!

Damit ihr zu Hause einen kleinen Eindruck meiner neu gesammelten Erfahrungen erhaltet, werde ich euch ein wenig über meine erste Woche an der deutschen Schule Kobe berichten!

An meinem allerersten Arbeitstag, nämlich Montag, den 24. August, traf ich mich zu Beginn mit Frau W., meiner Ansprechpartnerin an der Schule, mit welcher ich bereits im Vorfeld häufigst kommuniziert und alle vertraglichen und organisatorischen Fragen rund um mein Auslandsjahr geklärt hatte, um sie endlich einmal „live“ zu sehen. Sie empfing mich von Beginn an äußerst professionell und freundlich und führte mich erst einmal durch die neue Schule, um mir alle Klassenräume und sonstigen Zimmer zu zeigen. Dabei stellte sie mich auch gleich allen weiteren Lehrern der Schule sowie der Schulleiterin, dem Hausmeister, dem Busfahrer und den Sekreterinnen vor. Dabei stellte ich erstaunt fest, dass das Kollegium aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt zusammenkommt, nämlich aus Deutschland, Japan, Amerika, Kanada, Australien, Frankreich und dem Iran. Nach der Vorstellung meines neuen Umfeldes ging es sofort weiter mit dem eigentlichen offiziellen Teil des Schuljahres, nämlich mit dem Schulbeginn. Alle Schülerinnen und Schüler versammelten sich dabei auf dem Schulhof, wo sie sich in Reihen nach Alterstufen aufstellten. Daraufhin hieß die Schulleiterin, welche übrigens zufälliger- und lustigerweise aus Wiesbaden stammt, alle Schülerinnen und Schüler herzlich willkommen und hielt dabei eine Eröffnungsrede auf deutsch und englisch. Nach ihrer Rede stellten sich alle Lehrerinnen und Lehrer in ihren Sprachen, also deutsch, englisch oder japanisch, vor. Manche begrüßten die Kinder natürlich auch in mehreren Sprachen.  Während der Vorstellung wurde auch mir die Chance gegeben, mich bei den Kindern vorzustellen, was mir natürlich sehr gefiehl, da ich mich durch diese Tatsache sofort als Teil des gesamten Kollegiums der Schule verstand und ich mich sofort bestens in mein neues Umfeld integriert fühlte. Ich stellte mich auf deutsch, englisch und japanisch vor. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich übrigens ähnlich wie die Lehrer aus den verschiedensten Nationalitäten der Welt zusammen, so gibt es deutsche, englische, amerikanische, koreanische, chinesische, französische und natürlich japanische Kinder.

Nach diesem offiziellen Teil setzte ich mich mit Frau W. zusammen, um über meine genauen Tätigkeiten an der Schule zu sprechen. Sie sagte mir dabei, dass sie mich vorwiegend im Kindergartenbereich und des Weiteren für die Betreuung und Begleitung des Schulbusses sehe. Nach einigen Fragen meinerseits begann meine eigentliche Arbeit an der Deutschen Schule Kobe! Ich sollte als eine Art Betreuer im deutschen Kindergarten fungieren und begab mich deshalb sofort dorthin. Das Kindergartenteam empfing mich sofort mit offenen Armen und zeigte mir die Räumlichkeiten des Kindergartens. Dann wurde ich den 3 bis 5 Jahre alten Kindern vorgestellt, welche allesamt japanische Wurzeln besaßen und doch durch einen Elternteil deutsch sprechen konnten. Von Beginn an bereitete mir die Arbeit mit den Kindern sehr viel Freude und ich war froh, hier zu sein. Ich spielte mit den Kindern, bastelte, sang, spielte auf dem Schulhof und hatte großen Spaß. Die Zeit verging wie im Flug und schon hieß es plötzlich, dass es Zeit sei, aufzuräumen, da der Schulbus gleich fahren würde.

Ein Mitglied des Kindergartenteams erklärte mir daraufhin, was es mit der Schulbusbetreuung auf sich habe und fuhr anschließend mit mir im Bus mit, um mir die gesamte Prozedur näherzubringen. Bei letzterer handelt es sich um folgende: Jeden Morgen muss ich von jedem Kind, das dem Bus zusteigt, eine Karte einsammeln, von welcher ich entnehmen kann, ob das Kind den Bus zurück um 13 Uhr oder um 16 Uhr nimmt. Dies kann von Kind zu Kind täglich variieren, sodass ich jeden Tag eine Liste zu führen habe, auf welcher ich dann einsehen kann, wann welche Kinder mit welchem Bus fahren würden. Die Karten habe ich jeden Morgen nach Ankunft in der Schule im Office abzugeben. Des Weiteren liegen meine Aufgaben im Bus darin, auf die Sicherheit der Kinder zu achten und aufzupassen, dass sie sich anschnallen, um während der Fahrt nicht aufstehen zu können. Wenn der Bus Verspätung haben sollte, so muss ich alle Eltern darüber informieren, indem ich sie mit einem Handy der Schule anrufe. Dies alles erschien mir am Dienstag Morgen alles als sehr viel und ich hatte Angst, dass etwas nicht klappen würde und schiefgehen würde, doch diese Angst wurde nicht bestätigt und mittlerweile hab ich richtig Freude, täglich den Schulbus dreimal, sprich um 7:30 Uhr, um 13 Uhr und um 16 Uhr zu begleiten!   

Meine weitere Arbeit während der ersten Woche betand also darin, im Kindergarten mitzuhelfen und die Kinder zu betreuen. Dabei gab es am Mittwoch, den 26.08., eine große Veränderung, denn an diesen Tag wurde ich erstmals im europäischen Kindergarten eingesetzt. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass während des gesamten Tages nur englisch gesprochen wird. Was für eine Chance! Ich habe nun also nicht nur die Möglichkeit, neue Erfahrungen im Umgang mit Kindern zu sammeln, sondern auch, mein englisch zu verbessern! Spätestens nun war mir klar, dass ich mein Auslandsjahr niemals würde bereuen können! Ihr müsst wissen, dass die Deutsche Schule Kobe nicht nur einen deutschen, sondern auch einen englischen Zweig anbietet, sodass es sowohl im Kindergarten, als auch in jeder Klassenstufe eine deutsche und eine englische Klasse gibt. Die Klassen sind dabei recht klein, was bedeutet, dass in einer Klasse maximal 10 Schüler sitzen, um eine bestmögliche Ausbildung für die Kinder zu erreichen, was ja in einer kleinen Klasse deutlich einfacher zu meistern ist als in einer großen, in welcher ein persönlicher Umgang mit jedem einzelnen Kind deutlich schwieriger ist.

Letztendlich kann ich über meine erste Woche an der Deutschen Schule Kobe nur sagen, dass ich vollends begeistert bin! Die Arbeit mit den Kindern bereitet mit unheimlich viel Freude und ich entdecke jeden Tag neue Seiten an ihnen. Sie sind so vielfältig in ihrem Denken, dass es großen Spaß bereitet, sich mit ihnen zu beschäftigen. Über meine Unterkunft kann ich euch berichten, dass ich auch hier sehr glücklich bin! Ich habe sehr viel Platz in meinem Zimmer, was alles andere als typisch ist in Japan. Zwar gibt es hier sehr viele Insekten, welche man lieber nicht in seinem Zimmer haben möchte und nachts kommen auch mal Wildschweine aus dem benachbarten Wald ans Haus, doch der Blick aus dem Fenster, aus dem man die ganze Stadt sehen kann und mit Glück auch das Meer, entschädigt für alles!

Ihr merkt also, dass ich sehr glücklich mit meiner Entscheidung bin, hier hergekommen zu sein und ihr braucht euch keine Sorgen darüber zu machen, dass ich mich hier langweilen könnte! Ganz liebe Grüße also aus dem sonnigen Kobe

Euer Sebastian





Erste Eindrücke

30 08 2009

Ich denke, das es nun an der Zeit ist, euch meine ersten Eindrücke meiner Unterkunft und meiner Einsatzstelle in Form von Fotos näherzubringen. Ich wünsche euch dabei viel Spaß und hoffe, dass es euch allen gut geht! Alles Gute…

Schild OAG-Zentrum Kobe

Dieses Schild steht in der Zufahrt meiner neuen Unterkunft. Es heißt alle neuen Bewohner willkommen.

Deutsche Schule Kobe - European School

Die deutsche Schule Kobe, welche für ein Jahr meine Einsatzstelle sein wird.

Haupteingang der DS Kobe

Die Eingangspforte der Schule. Es handelt sich um ein komplett neu errichtetes Gebäude, welches erst im Frühjahr 2009 bezogen wurde.

Hauptgebäude DS Kobe

Dies stellt das Hauptgebäude der Schule dar, in dem sich Klassenräume, das Sekretariat, eine Küche, die Aula, Toiletten sowie das Lehrerzimmer befinden.

Der Kindergarten

Dieses hintere Gebäude zeigt den Kindergarten. Im zweiten Stock befinden sich weitere Klassenzimmer.

Der Schulturm

Hier ist der schuleigene Turm zu sehen, welcher durch eine ganz spezielle Architektur für ein stets mildes Klima in den Klassenräumen sorgt.

Der Schulbus

Dies ist der hauseigene Schulbus, welchen ich jeden Morgen und auch nachmittags begleite.

Modell der Schule

Dieses Modell der Schule steht in der Eingangshalle und wird dort von Eltern wie Kindern stets interessiert beäugt.

Schulhof mit Basketballplatz

Dies ist der Schulhof. Zentral befindet sich dabei ein von Bayer gesponsorter Basketballplatz. Im Hintergrund ist der Verlauf des Rokko-Liner zu sehen.

Deutscher Kindergarten

Dieses Bild zeigt den deutschen Kindergarten. Im hinteren Teil des Raumes befindet sich ein Klavier sowie eine Sitzecke für die Kinder.

Spielhaus

Dies ist das Spielhaus für die Kinder des deutschen Kindergartens. Im unteren Teil befindet sich eine Spielküche, oben kann man sich hinlegen und beispielsweise lesen.

 

Nun gibt es Bilder vom europäischen Kindergarten. Diesen besuchen hauptsächlich englischsprachige Kinder oder Kinder, die die englische Sprache lernen sollen.

Der europäische Kindergarten

Auch im europäischen Kindergarten gibt es ein Spielhaus.

Schulaula

Dies ist die Aula der deutschen Schule. Im Hintergrund ist die Bühne zu sehen. Für besondere Anlässe wie etwa die Einschulung werden Stuhlreihen aufgebaut.

Wasseroase

Die Schule befindet sich auf Rokko Island, einer künstlich im Meer errichteten Insel. Für eine entspannte Atmosphäre wurden viele Plätze mit Wasserquellen erschaffen, welche sich alle in näherer Umgebung der Schule befinden.

Künstlicher Bach

Hier haben wir einen künstlich angelegten Bach. Er eignet sich perfekt zum Spielen mit Kindern.

Europäische Architektur

Vor allem lassen sich auf Rokko Island viele Gebäude im europäischen Stil finden.

Palms

Auch meine geliebten Palmen lassen sich hier finden.

Ruheoasen

Solche Ruheoasen sind die Regel auf Rokko Island. Die Schule befindet sich in einer wunderschönen Umgebung. Im Hintergrund sieht man sowohl Wolkenkratzer als auch die Berge Kobes.

Moderne Architektur

 Die moderne Architektur der Insel verträgt sich perfekt mit der Natur. Diese Tatsache macht Rokko Island zu einem beliebten Ort für Touristen wie Einheimische.

Wasserspiele

Auch hier sehr schön zu sehen ist das Zusammenspiel von Natur und Moderne.

Rokko Liner

Hier zu sehen ist der Rokko Liner, der die Insel mit dem Festland verbindet. Im Hintergrund ist die deutsche Schule zu sehen.

Gewohnt schönes Inselbild

Hier das gewohnt schöne Inselbild mit den Bergen Kobes im Hintergrund.





Ankunft in Japan

23 08 2009

Nachdem ich am Dienstag, dem 18.08., in meiner Heimatgemeinde Herz-Jesu Sonnenberg einen Entsendegottesdienst und dabei den Segen für mein einjähriges Vorhaben erhielt, wofür ich mich noch einmal ganz herzlich bei Pater Matthias und Jody Antony bedanken möchte, und mich außerdem teilweise unter Tränen von meinen besten Freunden, meiner Freundin und meinen Eltern verabschiedete, ging für mich das Abenteuer FSJ in Japan los!

Über den Zwischenstopp Dubai gelangte ich gestern, am 22.08., nach Kansai Airport, einem auf einer künstlich angelegten Insel im Meer errichteten internationalen Flughafen. Nach dem Einsammeln meines 30 kg schweren Gepäcks wartete am Ausgang bereits ein Taxifahrer mit einem Schild mit meinem Namen auf mich, welcher mich umgehend in das etwas einstündig entfernte Kobe Okamoto zu meiner Unterkunft brachte. Bei meiner Unterkunft handelt es sich um das OAG Kobe, dem sogenannten Ostasiatischen Gästehaus Kobe. Dieses jahrhunderte alte Holzgebäude bietet Deutschen, die in Japan zum arbeiten, forschen oder ein Praktikum zu absolvieren, herkommen, die Möglichkeit, relativ billig für eine gewisse Zeit zu wohnen. Es stehen Einzel- und Mehrbettzimmer zur Verfügung sowie separate Waschräume, eine Gemeinschaftsküche und -wohnzimmer.

Sofort wurde ich von den anderen Mitbewohnern, einer 3-köpfigen Familie und einer Pharmaziestudentin, welche in Japan ein Praktikum leistet, herzlichst empfangen. Sie halfen mir damit sofort mit meiner Eingewöhnung an mein neues Umfeld. Heute werde ich mich mit einem Mitarbeiter des Kindergartens der Deutschen Schule Kobe treffen, welcher mir ein wenig die Gegend und meine Einsatzstelle zeigen wird, auf welche ich schon sehr gespannt bin! Natürlich werde ich auch zu späterem Zeitpunkt Fotos nachreichen. Ansonsten geht es mir sehr gut, auch wenn ich bereits jetzt viele liebe Menschen in Deutschland sehr vermisse. Doch ich denke, dass ich mit dem komplett neuen Umfeld, den Aufgaben und den vielen neuen Erfahrungen erst einmal genug abgelenkt sein werde!

Viele liebe Grüße aus Kobe, ihr und euer Sebastian





Meine Einsatzstelle und meine Aufgaben

27 07 2009

Bei meiner Einsatzstelle für mein FSJ in Japan handelt es sich um die Deutsche Schule Kobe. Diese wurde bereits 1909 gegründet und feierte demzufolge dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Sie wurde dazu gegründet, um deutschsprachigen Kindern die Möglichkeit zu geben, in Japan deutschen Unterricht zu erhalten. Seit 1909 hat die Deutsche Schule Kobe zwei Weltkriege, einen sehr heftigen Bombenabwurf über Kobe 1945 und das schwere Erdbeben 1995 überlebt und gilt heute als die zweitälteste deutsche Schule im Südost-asiatischen Raum.

Heute ist die Schule aufgeteilt in einen deutschen Kindergarten und in eine deutsche Grundschule, welche von der Klassenstufe 1 bis 6 reicht.

Übrigens befindet sich die Schule seit ihrem Umzug diesen Jahres auf Rokko Island, einer künstlich angelegten Insel im Osten der Stadt.

Meine Aufgabenbereiche werden hauptsächlich in der Assistenz für die Betreuung von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter liegen. Des Weiteren werde ich hausmeisterliche Tätigkeiten erfüllen.

Gerade der Umgang mit Kindern bereitet mir sehr viel Spaß, weshalb ich mich auf mein FSJ besonders freue. Ich erhoffe mir, ein Jahr lang Teil dieser Schule zu werden, neue Dinge zu lernen, meine Fähigkeiten zu nutzen und weiterzuentwickeln und eventuell den Schulalltag selbst mitzugestalten und vielleicht auch neue Ideen einfließen zu lassen!

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Meine Trägerorganisation

27 07 2009

Bei meiner Trägerorganisation handelt es sich um den Sozialen Friedensdienst Kassel e.V.  Dieser gemeinnützige Verein bietet seit 1996 Freiwilligen die Möglichkeit, sich im Ausland in Einrichtungen mit sozialen, kulturellen oder ökologischen Zielen zu engagieren. Zum größten Teil gehen die Freiwilligen in südamerikanische, afrikanische und südost-asiatische Länder, doch auch Stellen in Europa werden angeboten und sind sehr begehrt. Stets ist der SFD Kassel dabei verantwortlich für die Vorbereitung auf den Freiwilligendienst durch Vor- und Nachbereitungsseminare. Außerdem dient er mir persönlich als Ansprechpartner während des gesamten Jahres, sollte es mal zu Problemen mit der Einsatzstelle kommen.
Der SFD Kassel ist des Weiteren für die Organisation rund um meinen Freiwilligendienst verantwortlich, das heißt, dass er sich um Dinge wie etwa die Reisekosten, Impfungen und meine Auslandsversicherung kümmert. Ein Teil der Finanzierung des Dienstes wird dabei vom Staat übernommen, der Großteil der Kosten (Verpflegungsgeld, Hin- und Rücktransport, Vorbereitung, Versicherungen, etc.) wird jedoch über Spenden finanziert (etwa 3000 €). Dies ist der Grund, weshalb ich mir einen Spenderkreis aufbauen muss und auf Sie angewiesen bin.

Für weitere Informationen zum SFD Kassel nutzen Sie bitte den Link, den Sie auf der rechten Seite sehen können. Vielen Dank!

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Herzlich Willkommen!

27 07 2009

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, Interessenten und Unterstützer!

Ich habe mir diesen Blog zugelegt, damit Sie und Ihr mehr über mein Freiwilliges Soziales Jahr in Japan erfahren könnt. Hier werde ich ausführlich auf meinen Dienst im Ausland, meine Einsatzstelle, meine Entsendeorganisation und natürlich auf meine monatliche Arbeit eingehen und hoffe, dass Sie und Ihr mich über diesen Weg ein Stück weit begleiten könnt über das gesamte Jahr hinweg!

Andererseits soll dieser Blog dazu dienen, all meinen Unterstützerinnen und Unterstützern „Danke!“ zu sagen für jede noch so kleine Geldsumme, welche ich erhalten habe, denn ohne Sie wäre mein FSJ im Ausland nicht zustande gekommen! Durch meine monatlichen Berichte hoffe ich, dass Sie meine dortige Arbeit nachvollziehen können und wissen, wofür Sie gespendet haben.

Sollten Sie meine Arbeit auch für unterstützenswert halten, dann würde ich mich natürlich über jeden noch so kleinen Geldbetrag freuen!

Meine Entsendeorganisation, der Soziale Friedensdienst Kassel e.V., ist für die gesamte Organisation meines Freiwilligenjahres in Japan verantwortlich und finanziert mir etwa Hin- und Rückflug, Reisekosten, fällige Impfungen, die Auslandsversicherung für ein Jahr sowie Vor- und Nachbereitungsseminare, wodurch eine Summe von etwa 3000 € entstehen, welche jeder Freiwillige durch den Aufbau eines Spenderkreises decken sollte. Um diese große Summe aufzubringen, bin ich auf Sie und Euch angewiesen und sende Ihnen und Euch als Dankeschön monatliche Berichte über meine dortige Arbeit.

Ich hoffe, dass Sie meine Arbeit in Japan für unterstützenswert halten, geht es doch um Völkerverständigung und soziales Engagement. Natürlich erhalten Sie auch eine Spendenquittung, sofern Sie mir Ihre Anschrift zukommen lassen!

In diesem Sinne möchte ich mich schon einmal ganz herzlich bei Ihnen und Euch bedanken!

Spendenkonto:

Bank: Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel eG

Kto-Nr: 10000 4464

BLZ: 520 604 10

Verwendungszweck: „Spende für SFD – Freiwilligendienst Sebastian Steenpaß“

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Bei weiteren Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen selbstverständlich unter meiner E-Mail-Adresse sebastian.steenpass@googlemail.com zur Verfügung!





FSJ im Ausland

27 07 2009

Als ich Ende vergangenen Jahres die Einladung zur Musterung von der Bundeswehr erhielt, war mir eigentlich von vornherein klar, dass ich meiner Wehrpflicht nachkommen und 9 Monate zur Bundeswehr gehen würde. Dies war dadurch begründet, dass ich unbedingt die Erfahrung, 9 Monate auf mich allein gestellt zu sein, machen wollte. Nach reiflicher Überlegung kam ich jedoch zu dem Schluss, den Kriegsdienst zu verweigern, da ich keinen Dienst an der Waffe leisten wollte und kam somit zu dem Ergebnis, Zivildienst zu leisten.

Auf der Suche nach einer geeigneten Einsatzstelle stieß ich im Internet auf eine Seite, welche sich ausführlich mit dem Thema „Zivildienst im Ausland“ beschäftigte. Ich fragte mich, ob ich nicht auch meinen Zivildienst im Ausland absolvieren könnte, da ein einfacher Dienst in einem örtlichen Kindergarten oder Krankenhaus mir zu eintönig erschien und ich sowieso schon immer mal im Ausland leben wollte.

Nachdem mich ein alter Freund auf den Sozialen Friedensdienst Kassel e.V., kurz SFD Kassel, hinwies und mir erzählte, dass er ein Freiwilligenjahr in Chile verbringt, informierte ich mich bei besagtem SFD über das dort vorhandene Angebot. Mein Wunsch war es, ein Jahr an einer deutschen Schule im Ausland zu verbringen, da ich an einer solchen Institution einerseits den Umgang mit Kindern pflegen und andererseits ein ganzes Schuljahr im Ausland mitprägen und gestalten könnte.

Insgesamt fragte ich bei über 40 deutschen Schulen in über 30 Ländern per Mail an, ob ein solches Engagement über ein Jahr möglich wäre. Die meisten Schulen sagten mir ab, da ich mich einerseits zu spät beworben hatte oder weil sie andererseits nicht die finanziellen Möglichkeiten hatten, einen Freiwilligen für ein Jahr aufzunehmen oder aber nicht einmal die Tatsache kannten, ein FSJ im Ausland machen zu können.

Schließlich, nach vielem hin und her, bekam ich die feste Zusage von zwei Schulen: Der deutschen Schule Kobe in Japan und der deutschen Schule Málaga in Spanien. Es hieß nun für mich, mich zu entscheiden zwischen dem sonnigen Spanien und dem fernen Japan. Nach intensiver Überlegung stand für mich fest, nach Japan zu gehen, da dies für mich das größere Abenteuer bedeutete und da es aufgrund meiner Herkunft auch nahe lag, kommt meine Mutter doch aus Japan.

Nach der Einigung mit der deutschen Schule Kobe und dem SFD Kassel stand es nun also für mich fest: Ich werde ein Jahr in Japan verbringen und an die deutsche Schule Kobe gehen!








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