Als ich Ende vergangenen Jahres die Einladung zur Musterung von der Bundeswehr erhielt, war mir eigentlich von vornherein klar, dass ich meiner Wehrpflicht nachkommen und 9 Monate zur Bundeswehr gehen würde. Dies war dadurch begründet, dass ich unbedingt die Erfahrung, 9 Monate auf mich allein gestellt zu sein, machen wollte. Nach reiflicher Überlegung kam ich jedoch zu dem Schluss, den Kriegsdienst zu verweigern, da ich keinen Dienst an der Waffe leisten wollte und kam somit zu dem Ergebnis, Zivildienst zu leisten.
Auf der Suche nach einer geeigneten Einsatzstelle stieß ich im Internet auf eine Seite, welche sich ausführlich mit dem Thema “Zivildienst im Ausland” beschäftigte. Ich fragte mich, ob ich nicht auch meinen Zivildienst im Ausland absolvieren könnte, da ein einfacher Dienst in einem örtlichen Kindergarten oder Krankenhaus mir zu eintönig erschien und ich sowieso schon immer mal im Ausland leben wollte.
Nachdem mich ein alter Freund auf den Sozialen Friedensdienst Kassel e.V., kurz SFD Kassel, hinwies und mir erzählte, dass er ein Freiwilligenjahr in Chile verbringt, informierte ich mich bei besagtem SFD über das dort vorhandene Angebot. Mein Wunsch war es, ein Jahr an einer deutschen Schule im Ausland zu verbringen, da ich an einer solchen Institution einerseits den Umgang mit Kindern pflegen und andererseits ein ganzes Schuljahr im Ausland mitprägen und gestalten könnte.
Insgesamt fragte ich bei über 40 deutschen Schulen in über 30 Ländern per Mail an, ob ein solches Engagement über ein Jahr möglich wäre. Die meisten Schulen sagten mir ab, da ich mich einerseits zu spät beworben hatte oder weil sie andererseits nicht die finanziellen Möglichkeiten hatten, einen Freiwilligen für ein Jahr aufzunehmen oder aber nicht einmal die Tatsache kannten, ein FSJ im Ausland machen zu können.
Schließlich, nach vielem hin und her, bekam ich die feste Zusage von zwei Schulen: Der deutschen Schule Kobe in Japan und der deutschen Schule Málaga in Spanien. Es hieß nun für mich, mich zu entscheiden zwischen dem sonnigen Spanien und dem fernen Japan. Nach intensiver Überlegung stand für mich fest, nach Japan zu gehen, da dies für mich das größere Abenteuer bedeutete und da es aufgrund meiner Herkunft auch nahe lag, kommt meine Mutter doch aus Japan.
Nach der Einigung mit der deutschen Schule Kobe und dem SFD Kassel stand es nun also für mich fest: Ich werde ein Jahr in Japan verbringen und an die deutsche Schule Kobe gehen!
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